Ich war so mit meiner Schwangerschaft beschäftigt, dass ich von der Thrombose überrascht wurde

Sandra, 36 Jahre

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Liebe Patientin, lieber Patient, liebe Angehörige, viele Menschen haben ein erhöhtes Risiko, eine Thrombose – also ein Blutgerinnsel in einem Blutgefäß - zu entwickeln, oder haben selbst schon eine Thrombose oder gar Lungenembolie erlitten.

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Deutsche Gefäßliga e.V.
Mühlenstr. 21-25
50321 Brühl
Tel. 22 32 / 76 99 790
Fax 0 22 32 / 76 99 899
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www.deutsche-gefaessliga.de

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Sonnenstraße 6
56864 Bad Bertrich
Telefon: 0 2674/ 1448
Fax: 2674 /910115
Gebührenfreie Venen-Hotline: 0800 4443335
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Häufig gestellte Fragen

Allgemeines

  1. Welche sind die gängigen Anzeichen auf eine Thrombose im Bein?
  2. Zu den typischen Beschwerden einer tiefen Beinvenenthrombose (TVT) gehören vor allem:

    • Schwere- oder Spannungsgefühl im ganzen Bein, ähnlich wie bei Muskelkater
    • Schmerzen und Druckempfindlichkeit in der Wade, Kniekehle oder Leistengegend, die sich im Liegen meist bessern
    • Schmerzen an der Fußsohle (und in der Wade) beim Auftreten
    • leichte Schwellung des Unterschenkels, manchmal deutlich Schwellung des ganzen Beines
    • Wärmegefühl im betroffenen Bein

    Eine tiefe Beinvenenthrombose kann aber auch ohne ausgeprägte Beschwerden oder typische Krankheitszeichen verlaufen, man spricht dann von einer asymptomatischen TVT.

  3. Verdacht auf Thrombose: Was soll ich tun, wie sollte ich mich jetzt verhalten?
  4. Eine Thrombose ist immer ein Notfall, der so schnell wie möglich behandelt werden muss. Das kann lebensrettend sein, da eine tiefe Venenthrombose auch eine potentielle Lungenembolie nach sich ziehen kann Gehen Sie daher immer zu Ihrem Arzt, wenn Sie glauben, eine Thrombose zu haben.

  5. Erhöht die Pille das Thromboserisiko?
  6. Die in der Antibaby-Pille enthaltenen Hormone können das Risiko für eine tiefe Beinvenenthrombose (TVT) erhöhen.

    Das gilt prinzipiell auch für alle anderen Verhütungsmethoden, die Hormone enthalten (hormonelle Verhütung; Kontrazeption) wie

    • dem Verhütungsring
    • dem Verhütungspflaster
    • der Hormon-Spirale
    • dem Verhütungsstäbchen

    Allerdings ist das Auftreten einer Thrombose eine seltene, wenn auch schwerwiegende Komplikation unter Einnahme der Antibaby-Pille: Nehmen 10.000 Frauen ein Jahr lang ein Präparat ein, in der 2 Hormone (Östrogen und Gestagen) miteinander kombiniert sind, treten nach der aktuellen Studienlage bei etwa 7 bis 10 Frauen Thrombosen der tiefen Beinvenen auf.1(Quelle) Dabei steigern nicht alle Anti-Baby-Pillen das Thromboserisiko in gleichem Maße.

    Besonders gefährdet sind Frauen, bei denen die folgenden Risikofaktoren vorliegen. Hier sollte in Absprache mit dem Arzt geprüft werden, ob dem Einsatz anderer Verhütungsmethoden als der Antibaby-Pille der Vorzug zu geben ist:1

    • Frauen mit Übergewicht
    • Raucherinnen
    • Frauen über 35 Jahre
    • Frauen, die bereits selbst eine Thrombose oder Lungenembolie erlitten haben
    • Frauen, bei denen in der Familie eine Thrombose oder Lungenembolie aufgetreten ist

    Welche Verhütungsmethode für Sie am besten geeignet ist, wenn einer dieser Faktoren auf Sie zutrifft, besprechen Sie am besten mit Ihrem Frauenarzt/Ihrer Frauenärztin.

  7. Kann eine Thrombose 'wandern'?
  8. Eine Thrombose kann sich über mehrere Bereiche, der Arzt spricht von „Etagen“, des Beins ausweiten. Das ist häufig der Fall, wenn das Blutgerinnsel nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird und immer weiter wächst, sich also in mehrere Gefäßbereiche, beispielsweise vom Unterschenkel und das Knie über den Oberschenkel bis hinein ins Becken ausbreitet. Der Arzt spricht dann von einer „Mehretagen-Thrombose", die maximale Ausprägung einer Beckenvenenthrombose.

  9. Verdacht auf Thrombose: Was soll ich tun, wie sollte ich mich jetzt verhalten?
  10. Eine Thrombose ist immer ein Notfall, der so schnell wie möglich behandelt werden muss. Das kann lebensrettend sein, da eine tiefe Venenthrombose auch eine potentielle Lungenembolie nach sich ziehen kann Gehen Sie daher immer zu Ihrem Arzt, wenn Sie glauben, eine Thrombose zu haben.

  11. Ich bin aufgrund einer Thrombose in Behandlung. Kann ich davon eine Lungenembolie bekommen? Wie wahrscheinlich ist das?
  12. Bei unbehandelten Bein- und Beckenvenenthrombosen kommt eine Lungenembolie relativ häufig vor, genaue Zahlen dazu gibt es nicht. Die Gefahr ist vor allem in der frühen Phase der Gerinnselbildung groß, weil der Thrombus anfangs noch sehr locker an der Gefäßwand sitzt und leichter weggeschwemmt werden kann. Jedoch bei einer behandelten Thrombose ist die Gefahr in der Regel gering.

  13. Sind Anti-Thrombose-Strümpfe und medizinische Kompressionsstümpfe gleichermaßen einsetzbar?
  14. Medizinische Kompressionsstrümpfe üben einen genau definierten Druck (= Kompression) von außen auf das Gewebe und die Venen aus. Damit wird die Muskelpumpe unterstützt und der Blutfluss in den tiefen Venen beschleunigt. Man unterscheidet je nach der Stärke des Drucks vier verschiedene Kompressionsklassen. Kompressionsstrümpfe werden durch sorgfältige Vermessung der Beine im Sanitätshaus ausgewählt und angepasst.

    Medizinische Kompressionsstrümpfe sind nicht zu verwechseln mit "Anti-Thrombose-Strümpfen", die für bettlägerige und frisch operierte Patienten zur Vorbeugung einer Thrombose verwendet werden. Diese Strümpfe sind also für ein anderes Einsatzgebiet konzipiert, sie üben einen niedrigeren Druck aus und sind auch anders gestrickt, weswegen sie für aufrecht gehende und sitzende Patienten nicht geeignet sind.

  15. Was sind die Risikofaktoren für eine Thrombose?
  16. Zu den wichtigen Risikofaktoren für eine tiefe Beinvenenthrombose gehören:
    Höheres Lebensalter (über 60 Jahre)
    Frühere Thrombose oder Lungenembolie
    Thrombosen/Embolien bei den Eltern oder Geschwistern
    Vererbte Gerinnungsstörung
    Verletzung
    Operation (auch kleinere Eingriffe, z.B. Kniegelenkspiegelung) Längere Bettlägerigkeit
    Gipsverband oder Schienung eines Beines
    Schwere chronische Erkrankung (z.B. Krebserkrankung oder Herzleistungsschwäche)
    Schwere akute Erkrankung (z.B. Lungenentzündung, Schlaganfall mit Lähmung, anhaltendes Fieber, akute Verschlimmerung einer chronischen Erkrankung)
    Venenerkrankungen wie Krampfadern (Varizen) oder eine Venenentzündung (Phlebitis)
    Anwendung der Antibaby-Pille
    Anwendung von Hormonpräparaten in und nach den Wechseljahren
    Schwangerschaft, Entbindung, Wochenbett
    Übergewicht
    Stundenlanges beengtes Sitzen (z. B. lange Flugreise; "Economy Class-Syndrom")
    Flüssigkeitsverlust (Erbrechen, Durchfall), geringe Trinkmenge
    Rauchen
    Die genannten Risikofaktoren schlagen allerdings nicht alle gleichermaßen zu Buche, häufig ist es eine bestimmte Konstellation die eine akute Gefährdung bedeutet. Sprechen Sie daher mit Ihrem Arzt über Ihr individuelles Thromboserisiko, wenn ein oder mehrere der vorgenannten Risikofaktoren auf Sie zutreffen.

  17. Ich hatte eine Thrombose und nehme seitdem Gerinnungshemmer als Tabletten. Reicht dies als Schutz aus?
  18. Begleitend zur Gabe von niedermolekularen Heparinen (NMH) und der Kompressionsbehandlung mit Kompressionsstrümpfen, oder direkt im Anschluss wird eine Therapie mit Gerinnungshemmern in Form von Tabletten begonnen.

    Man spricht von einer oralen Gerinnungshemmung, medizinisch orale Antikoagulation genannt. Die Medikamente dafür nennt man orale Antikoagulanzien.

    Die Therapie mit oralen Antikoagulanzien wird meist über insgesamt 3 Monate weitergeführt.Ziel dieser längerfristigen Gerinnungshemmungist es, die körpereigene Auflösung des Blutgerinnsels zu fördern und die Bildung neuer Blutgerinnsel und damit erneuter Thrombosen (Rezidiv) zu verhindern. Man bezeichnet die orale Langzeitantikoagulation daher auch häufig als Rezidivprophylaxe.
    Damit bietet die orale Antikoagulation einen guten Schutz vor erneuten Thrombosen. Ein Restrisiko kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, deshalb ist die regelmäßige Kontrolle beim Arzt notwendig.

  19. Kann ich nach einer Thrombose weiter die Pille nehmen?
  20. In der Regel nein, denn das Risiko für eine erneute Thrombose ist zu groß. Bitte besprechen Sie mit Ihrem Frauenarzt/Ihrer Frauenärztin, welche Verhütungsmethode für Sie am besten geeignet ist.

  21. Mein Arzt hat mir nach meiner Operation für 10 Tage ein NMH verordnet, muss ich wirklich so lange spritzen?
  22. Je nach Art des Eingriffs und den Risikofaktoren die Sie schon mitbringen entsteht ein individuelles Gesamtrisiko für eine Thrombose. Angepasst an dieses Gesamtrisiko wählt Ihr Arzt die NMH-Dosis und die Prophylaxedauer aus. Häufig steigt das Risiko 3-4 Tage nach der Operation auch noch mal an. Es ist daher unbedingt erforderlich, dass Sie die verordneten Spritzen über den festgelegten Zeitraum auch anwenden. So vermeiden Sie einen Rückfall oder sogar eine Lungenembolie.

  23. Woran erkenne ich, ob es sich bei Schmerzen in den Beinen um eine Thrombose oder bloß um Muskelkater handelt?
  24. Wenn Sie zusätzlich zu den Schmerzen in den Beinen folgende Symptome spüren, könnte es sich um eine Thrombose handeln:

    • Schmerzen und Druckempfindlichkeit in der Wade, Kniekehle oder Leistengegend, die sich im Liegen meist bessern
    • Schmerzen an der Fußsohle (und in der Wade) beim Auftreten
    • leichte Schwellung des Unterschenkels, manchmal deutlich Schwellung des ganzen Beines
    • bläulich-violette Hautverfärbung am Bein
    • Wärmegefühl im betroffenen Bein

    Eine tiefe Beinvenenthrombose kann aber auch ohne ausgeprägte Beschwerden oder typische Krankheitszeichen verlaufen, man spricht dann von einer asymptomatischen tiefen Venenthrombose (TVT).

    Sollten Sie oben genannte Symptome bemerken und sich unsicher sein, haben Sie keine Hemmung, Ihren Arzt unverzüglich aufzusuchen.

Reise und Urlaub:

  1. Warum wird bei längeren Flugreisen vor Thrombose gewarnt?
  2. Studien haben gezeigt, dass bei Langstreckenflügen, also mehr als 3.500 km, für gesunde Passagiere nur ein gering erhöhtes Thromboserisiko besteht.

    Eventuell stärker ins Gewicht fallen kann das gesteigerte Risiko bei Menschen mit zusätzlichen Risikofaktoren für eine Thrombose, wie z.B. thrombotische Vorerkrankungen, starkes Übergewicht, Rauchen, Einnahme der Anti-Baby- Pille und höherem Lebensalter.

    Auf Flugreisen sind es vor allem folgende Bedingungen, die die Entstehung einer Thrombose fördern können.

    • Der Blutstau durch Bewegungsmangel; die Muskelpumpe funktioniert nur bei Bewegung
    • Die trockene Luft und der niedrige Luftdruck in der Flugzeugkabine sowie zu wenig Trinken dadurch kommt es zum Flüssigkeitsmangel, und das Blut "dickt ein"
    • Das Abknicken der Beinvenen durch das beengte Sitzen. Deswegen wurde der Begriff des "Economy Class Syndrom", also "Touristen Klasse-Syndrom" geprägt.
    • Unabhängig vom persönlichen Thromboserisiko empfiehlt sich für alle Reisenden auf Langstreckenflügen:
    • sich so oft wie möglich an Bord zu bewegen und im Gang auf und ab zu gehen
    • regelmäßig Fuß- und Beingymnastik zu machen (siehe auch Übungen zur Thrombosevorbeugung). Oftmals werden an Bord auch Videoprogramme zur Gymnastik angeboten
    • die Beine nicht übereinander zu schlagen, denn das verlangsamt den Blutfluss zusätzlich
    • regelmäßig und auch über das Durstgefühl hinaus zu trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Das gilt nicht für Alkohol, denn dieser entzieht dem Körper Flüssigkeit
    • eine eher lockere Kleidung und weite Schuhe zu tragen, die den Körper und die Durchblutung nicht einengen. Bevorzugen Sie Strümpfe mit nicht zu engen Bündchen

    Sinnvoll ist sicherlich bei Menschen mit Venenschwäche wie z.B. Krampfadern (Varizen) das Tragen von medizinischen Kompressionsstrümpfen, das auch unangenehmen Schwellungen vorbeugt. Aber auch Venengesunde profitieren auf langen Reisen von medizinischen Kompressionsstrümpfen.

    Wenn bei Ihnen weitere Risikofaktoren für eine Thrombose vorliegen, sprechen Sie bitte vor der Reise mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin über mögliche weitere Maßnahmen zur Vorbeugung.

  3. Gibt es eine Antithrombosespritze, z.B. im Vorfeld von Flugreisen?
  4. Nein, die gibt es allgemein nicht. Aber Sie können einiges während des Fluges selbst tun, um das Thrombose- Risiko zu senken.
    Dazu gehört

    • sich so oft wie möglich an Bord zu bewegen und im Gang auf und ab zu gehen
    • regelmäßig Fuß- und Beingymnastik zu machen. Oftmals werden an Bord auch Videoprogramme zur Gymnastik angeboten
    • die Beine nicht übereinander zu schlagen, denn das verlangsamt den Blutfluss zusätzlich
    • viel und auch über das Durstgefühl hinaus zu trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Wasser, Kräuter- und Früchtetees, sowie verdünnte Säfte sind hierfür am besten geeignet, meiden Sie Alkohol, er entzieht dem Körper Flüssigkeit.
    • eine eher lockere Kleidung und weite Schuhe zu tragen, die den Körper und die Durchblutung nicht einengen. Bevorzugen Sie Strümpfe mit nicht zu engen Bündchen

    Sinnvoll ist sicherlich bei Menschen mit Venenschwäche wie Krampfadern (Varizen) das Tragen von Kompressionsstrümpfen, das auch unangenehmen Schwellungen vorbeugt.

    Wenn bei Ihnen weitere Risikofaktoren für eine Thrombose vorliegen, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin vor der Reise über mögliche weitere Maßnahmen zur Vorbeugung, gegeben falls wird Ihnen dann gezielt auch ein Medikament zur Gerinnungshemmung verordnet.

Prophylaxe:

  1. Wie kann ich einer Thrombose vorbeugen?
  2. Wer sein Thromboserisiko senken möchte, kann mit einfachen Maßnahmen selbst viel dafür tun. Das Wichtigste ist dabei Bewegung: Nutzen Sie im Alltag jede Chance zur Bewegung und vermeiden Sie langes Sitzen und Stehen.

    Mit den folgenden Maßnahmen können Sie Ihr Thromboserisiko senken. Dies ist besonders wichtig, wenn Sie ein erhöhtes Thromboserisiko haben. Da aber etwa 40 Prozent aller tiefen Beinvenenthrombosen bei Menschen ohne bekannte Risikofaktoren oder Risikosituation auftreten, sind die folgenden praktischen Tipps zur Thrombosevorbeugung für alle nützlich:

    • Viel Bewegung
    • Bei sitzender Tätigkeit oder auf längeren Reisen Bewegungspausen einlegen
    • Langes Stehen und Sitzen vermeiden
    • Reichlich trinken
    • Übergewicht vermeiden
    • Nicht Rauchen
    • Bei erhöhtem Thromboserisiko Kompressionsstrümpfe tragen
    • Bei erzwungener Bettruhe Übungen der Fuß- und Beinmuskulatur zur Aktivierung der Muskelpumpe

Schwangerschaft:

  1. Warum ist das Thromboserisiko während der Schwangerschaft erhöht?
  2. Für das in der Schwangerschaft erhöhte Risiko für eine Thrombose gibt es mehrere Gründe:

    • Die veränderte Hormonsituation in der Schwangerschaft bewirkt eine allgemeine Venenerweiterung und damit eine Verlangsamung des Blutflusses
    • Im letzten Drittel der Schwangerschaft drückt die vergrößerte Gebärmutter auf die großen Beckenvenen, so dass es den Beinvenen noch schwerer fällt, das Blut zum Herzen zurück zu befördern
    • Die Gerinnbarkeit des Blutes nimmt im Schwangerschaftsverlauf physiologisch bedingt zu, um sich auf die Geburt vorzubereiten. Im Moment der Geburt kommt es zum Beispiel zur Ablösung der Plazenta, viele Gefäßverbindungen werden unterbrochen, und damit die Mutter unter der Geburt nicht verblutet ist ein in erhöhte Bereitschaft versetztes Gerinnungssystem erforderlich.

    Die gesteigerte Gerinnbarkeit und auch das Thromboserisiko halten im Übrigen auch noch bis ca. 6 Wochen nach der Entbindung an.

  3. Ich bin schwanger. Was kann ich tun, um einer venösen Thrombose vorzubeugen? Kann ich bedenkenlos ASS oder Aspirin einnehmen, um einer Thrombose vorzubeugen?
  4. Für Schwangere und Wöchnerinnen kommen zur Vorbeugung einer Thrombose die Basismaßnahmen wie Bewegung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr sowie unterstützende physikalische Maßnahmen mittels Kompressionsstrümpfen zur Anwendung.

    Liegen weitere Risikofaktoren für eine Thrombose,wie z.B. eine bereits erlittene Thrombose, Thrombophilien, Übergewicht oder längere Bettruhe vor, sollte zusätzlich zu den Basismaßnahmen eine Vorbeugung mit niedermolekularen Heparinen (NMH) durchgeführt werden. ASS/Aspirin ist nicht zur wirkungsvollen venösen Thromboseprophylaxe geeignet und sollte daher nicht eigenständig für diesen Zweck eingesetzt werden. Nur in Einzelfällen kann Ihr Arzt entscheiden, dass es für Sie sinnvoll ist ASS/Aspirin in Kombination mit einem NMH oder auch allein einzunehmen. Wenden Sie ASS/Aspirin dann genau nach den Angaben Ihres Arztes an. Wenn Sie bezüglich der am besten für Sie geeigneten Thromboseprophylaxe unsicher sind, sprechen Sie darüber mit Ihrem Frauenarzt/Ihrer Frauenärztin.

Quellen:

  1. Bundesverband der Frauenärzte e.V.
    Thrombosen bei Antibabypillen – darauf sollte geachtet werden.
    Pressemitteilung, 23.10.2014