Funktionsstörungen & Erkrankungen vorbeugen

Ursachen für Funktionsstörungen & Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse

Für Funktionsstörungen und Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse gibt es zahlreiche Ursachen. Die wichtigsten sind:

  • Die Erbkrankheit Mukoviszidose

    Die ererbte Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose schädigt neben dem Bronchial- auch das Verdauungsystem. Besonders die Bauchspeicheldrüse ist oft betroffen. Sie wird durch zähen Schleim verstopft. Dadurch können die Verdauungsenzyme nicht mehr in ausreichender Menge in den Dünndarm abgegeben werden. Starke Blähungen, Bauchschmerzen oder auch Gewichtsabnahme sind die Folge. Bei Babys und Kindern mit Mukoviszidose kommt es oft zu sogenannten Gedeihstörungen. Das heißt, ihre Gewichts- und Größenentwicklung bleibt deutlich hinter der Altersnorm zurück.

  • Eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung

    Die Häufigkeit der akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung liegt bei etwa fünf bis zehn Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr. Sie kann verschiedene Auslöser haben. Am häufigsten sind Gallensteine, die die Abflussstelle des Pankreassaftes in den Zwölffingerdarm verlegen, die Ursache. Seltener sind Ursachen wie Virusinfektionen (z.B. mit dem Mumps-Virus), Bauchverletzungen, stark erhöhte Fettwerte im Blut oder Nebenwirkungen von Medikamenten. Bei etwa 15 % der Patienten lässt sich kein konkreter Grund für die plötzlich auftretende Bauchspeicheldrüsenentzündung finden.

  • Bauchspeicheldrüsenkrebs

    Bauchspeicheldrüsenkrebs (medizinisch: Pankreaskarzinom) ist eine relativ seltene Krebsart. Da die Patienten unter sehr unspezifischen Krankheitssymptomen wie Schmerzen im Oberbauch, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme sowie allgemeinem Unwohlsein leiden, wird der Tumor oft erst spät entdeckt. Im Rahmen der Behandlung werden meist Teile der Bauchspeicheldrüse entfernt; in manchen Fällen ist die Entfernung der kompletten Bauchspeicheldrüse nötig. Im Regelfall schließt sich eine Chemotherapie an.

  • Entfernung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatektomie)

    Eine Entfernung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatektomie) kann bei Bauchspeicheldrüsenkrebs oder einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse nötig sein. Es gibt verschiedene Methoden, bei denen entweder die ganze Bauchspeicheldrüse oder nur Teile entfernt werden. Eine Entfernung der gesamten Bauchspeicheldrüse oder von Teilen kann dazu führen, dass die Produktion von Verdauungsenzymen gar nicht mehr oder nur noch eingeschränkt möglich ist. Fast alle Patienten leiden nach einer Operation an der Bauchspeicheldrüse auch unter den Folgen einer mangelnden Produktion von Verdauungssäften. Das Risiko für eine Funktionsstörung hängt jedoch grundsätzlich von verschiedenen Faktoren wie Größe und Lage des entfernten Gewebes ab. Die Folgen einer vollständigen oder teilweisen Entfernung der Bauchspeicheldrüse sind entsprechende Einschränkungen der Verdauungsvorgänge. Bleibt die Bauchspeicheldrüse zu großen Teilen unversehrt, besteht die Möglichkeit, dass sich der Körper einige Zeit nach der Operation wieder erholt und sich die Verdauung normalisiert.

  • Angeborene Fehlbildungen der Bauchspeicheldrüse

    Dazu zählen das Pankreas anulare oder das Pankreas divisum. Sie wirken sich unter anderem auf das Gangsystem in der Bauchspeicheldrüse aus, können ebenfalls deren Funktion beeinträchtigen und charakteristische Symptome hervorrufen. Sie lassen sich jedoch meistens durch eine Operation korrigieren.
     

  • Entfernung des Magens (Gastrektomie)

    Nach einer operativen Entfernung des Magens, z.B. aufgrund von Magenkrebs, rutscht der Speisebrei zu schnell in den Darm. Die Bauchspeicheldrüse ist hierdurch oft nicht in der Lage, ihre Verdauungsenzyme so rechtzeitig in den Dünndarm abzugeben, dass sie sich mit dem Speisebrei vermischen können. Zudem entfällt die vom Magen ausgehende Kommunikation über den Darm zur Bauchspeicheldrüse, so dass die Drüse nicht ausreichend zur Enzym-Produktion stimuliert wird.
    Daneben existiert eine ganze Reihe von Risikofaktoren. Darunter versteht man bestimmte Konstellationen, die die Entwicklung einer Störung oder den Ausbruch einer Krankheit begünstigen. Zu den wichtigsten Risikofaktoren für Funktionsstörungen und Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse zählen:

    • ballaststoffarme und fettreiche Ernährung („Fastfood“)
    • Rauchen
    • dauerhafter Alkoholkonsum
    • Durchblutungsstörungen, z.B. Arterienverkalkung
    • bestimmte Erbanlagen in der Familie
    • Störungen des Fettstoffwechsels
    • erhöhte Kalzium-Werte im Blut (Hyperkalzämie)

Ursachen für Verstopfung

Verschiedenste Faktoren können Verstopfung hervorrufen. Recht häufig steckt eine ungesunde Lebensweise dahinter. Wer sich nicht ausreichend bewegt, zu wenig trinkt, bei Stress regelmäßig den Stuhlgang unterdrückt oder auch zu viel ballaststoffarme Kost verzehrt, hat ein Risiko. Ursache können auch Stoffwechselstörungen, ein schlechter Elekrolythaushalt mit Kaliummangel oder Kalziumüberschuss sowie das sogenannte Reizdarm-Syndrom sein. Probleme beim Stuhlgang kann zudem haben, wer unter einer organischen Darmkrankheit leidet, wie Ausstülpungen, Polypen, einem Abszess, Morbus Crohn oder Darmkrebs. Bei Diabetes mellitus oder Parkinson kommen Verstopfungen häufig vor; das gilt auch für Hormonstörungen – zum Beispiel bei einer Unterfunktion der Schilddrüse. Darüber hinaus kann Verstopfung auch eine Nebenwirkung von Medikamenten sein. Das gilt etwa für starke Schmerzmittel (Opiate), Eisenpräparate sowie Mittel gegen Depressionen.

Verstopfung in der Schwangerschaft
Verstopfung kennt fast jede Schwangere. Ein Grund ist das Hormon Progesteron, das werdende Mütter verstärkt produzieren; es setzt die Muskelspannung im Darm herab. Die gesteigerte Hormonkonzentration während der Schwangerschaft sorgt zudem dafür, dass Nahrung langsamer verdaut wird. Tatsächlich gehört die Verstopfung zu den häufigsten Beschwerden im Magen-Darm-Trakt bei werdenden Müttern.

Ursachen für Reizdarm

Lange galt das Reizdarm-Syndrom als funktionelle Krankheit, das heißt: Eine organische Störung ist nicht gegeben. Zwar sind die genauen Ursachen immer noch nicht bekannt, doch als Auslöser werden immer mehr bestimmte Immunzellen vermutet – die sogenannten Mastzellen. Studien belegen zudem eine Überempfindlichkeit des Magen-Darm-Kanals. Bei RDS-Patienten ist also die Wahrnehmung normaler Verdauungsvorgänge schmerzhaft gesteigert. Auch frühere bakterielle Darminfektionen, Alltagsbelastungen und negative Lebensereignisse, eine Ernährungsweise mit zu wenigen Ballaststoffen und zu viel Fett oder auch eine Nahrungsmittelunverträglichkeit wie Laktose-Intoleranz werden als Ursachen in Betracht gezogen.