Das Gespräch mit dem Arzt

Wann zum Arzt

  • Verdacht auf Mukoviszidose

    Die Anzeichen einer Mukoviszidose äußern sich in den Organen, die von der Erkrankung in Mitleidenschaft gezogen werden. Sie machen sich häufig schon im frühen Kindesalter bemerkbar.

    • in der Lunge durch dauerhaften Husten, häufige Atemwegsinfekte
    • bei der Verdauung durch Bauchschmerzen, fettigen Durchfall, Untergewicht, verlangsamte körperliche Entwicklung
    • auf der Haut durch einen sehr salzigen Schweiß. Der Arzt wird dann verschiedene Untersuchungen durchführen (der sogenannte Schweißtest kann ein erster Hinweis sein).
  • Verdacht auf Bauchspeicheldrüsenerkrankung

    Bei Funktionsstörungen und Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse unterscheidet man zwischen akuten - das heißt plötzlich auftretenden - und chronischen Formen.

    Bei den akuten Erkrankungen sind die Anzeichen und Symptome in der Regel typisch und die Betroffenen fühlen sich tatsächlich krank oder sie bzw. ihre Angehörigen haben das Gefühl, dass „etwas nicht stimmt“. Zu den Symptomen akuter Bauchspeicheldrüsenerkrankungen zählen beispielsweise plötzlich auftretende, heftige, krampfartige Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit und Erbrechen oder Blutergüsse an den Körperseiten.

    Schwieriger ist es dagegen, bei chronischen Erkrankungen den richtigen Zeitpunkt für den  Arztbesuch zu finden. Denn häufig treten die Beschwerden nur hin und wieder auf, sind zunächst nur mäßig ausgeprägt oder fehlen im Endstadium der Erkrankung völlig. Bei einem Pankreastumor nehmen sie dagegen im Laufe der Zeit zu.

    Betroffene suchen ihren Arzt oft nicht rechtzeitig auf, denn sie halten die Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen oder Blähungen für ein „kleines Unwohlsein“, das bald vorbei sein wird. Sie schenken ihnen wenig Beachtung oder versuchen zunächst, sie mit Hausmitteln oder frei verkäuflichen Medikamenten zu behandeln. Ein weiterer Grund dafür ist, dass die Bauchspeicheldrüse eine hohe Reservekapazität hat. Erst bei ein einem Funktionsausfall zwischen 60% und 90% Prozent ihrer exokrinen Funktion (d.h. der Produktion von Verdauungssaft) kommt es zu Verdauungsstörung mit einer Ausscheidung von Fettstühlen.

    Betroffene, die mit ihrem Körpergewicht unzufrieden sind und gern ein paar Pfunde loswerden wollen, sind vielleicht sogar froh über die Gewichtsabnahme, die zu den typischen Anzeichen für chronische Bauchspeicheldrüsenerkrankungen zählt.

    Es ist jedoch wichtig, bei Anzeichen und Symptomen wie

    • Gewichtsabnahme
    • Fettstühlen/Durchfall
    • Blähungen und vermehrter Windabgang
    • Bauchschmerzen

     

    schnellstmöglich den Hausarzt oder einen Internisten aufzusuchen, denn er kann mithilfe einer ausführlichen Befragung und durch verschiedene Untersuchungen (Labortests, Ultraschall) herausfinden, ob eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse vorliegt.

    Neben der Produktion des Verdauungssaftes sind Teile der Bauchspeicheldrüse für die Produktion von Insulin verantwortlich. Fällt diese sogenannte endokrine Funktion der Bauchspeicheldrüse aus, kommt es zur Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Die wichtigsten Symptome, die hierbei auftreten können,
    sind:

    • Müdigkeit
    • Durst
    • vermehrtes Wasserlassen
    • nächtliche Wadenkrämpfe
    • Sehstörungen.

     
    Seltene Begleitsymptome einer Funktionsstörung oder Erkrankung der Bauchspeicheldrüse sind außerdem:

    • Nachtblindheit
    • Müdigkeit, Gangstörungen
    • Blutungsneigung
    • Knochenerweichung

     

    Sie treten jedoch eher selten auf. Ursache ist ein Mangel an den wichtigen, fettlöslichen Vitaminen A, D, E und K, die durch die gestörte Fettverdauung bei Patienten mit Bauchspeicheldrüsenerkrankungen nicht mehr in dem Maße wie bei Gesunden aus der Nahrung aufgenommen werden können.

  • Verdacht auf Verstopfung

    Bevor der Arzt besucht wird, bringt eine erste Selbstbeobachtung Klarheit. Dabei hinterfragt man:

    • die Häufigkeit des Stuhlgangs,
    • die Flüssigkeitsaufnahme,
    • die Einnahme von Medikamenten,
    • Termindruck im Beruf,
    • Essens- und Bewegungsgewohnheiten.

     

    Scheiden diese Faktoren als Ursache für die Verdauungsstörung aus, kann die Verstopfung auch durch verschiedene Darmerkrankungen, durch Stoffwechselstörungen oder neurologische Erkrankungen bedingt sein und man sollte zum Arzt gehen.

  • Verdacht auf Reizdarmsyndrom

    Die wichtigsten Symptome eines Reizdarms sind Schmerzen im Unterbauch und Stuhlunregelmäßigkeiten (Verstopfung und Durchfall, auch beides im Wechsel) sowie Blähungen.

    Zu den Begleitsymptomen des RDS zählen Sodbrennen, Übelkeit und Erbrechen, Völlegefühl, Kopf- und Gliederschmerzen, Erschöpfung, Schluckbeschwerden, Herz-Kreislauf-Probleme (z.B. Herzrasen), Atemnot, starkes Schwitzen, innere Unruhe, oder depressive Verstimmungen.
     
    Entscheidend beim Erkennen von RDS ist, dass nicht alle Symptome gleich ausgeprägt sein müssen. Außerdem zeigen sie sich meist nur tagsüber. Ärzte raten oft dazu, zur Unterstützung der Diagnostik ein Beschwerde-Tagebuch zu führen. Treten Symptome wie Fieber, Blut im Stuhl oder Gewichtsverlust auf, sollte man allerdings umgehend einen Arzt aufsuchen, denn diese Symptome können auf eine schwere Erkrankung hinweisen.

Auf das Gespräch mit dem Arzt vorbereiten

Die Diagnose von Magen-Darm-Erkrankungen wie die einer Funktionsstörung oder Erkrankung der Bauchspeicheldrüse, einer Verstopfung oder eines Reizdarmsyndroms ist für den Arzt mitunter schwierig, da sich viele Symptome ähneln bzw. andere Erkrankungen ähnliche Beschwerden hervorrufen. Bei der Mukoviszidose dagegen ist die Diagnose einfacher: Zunächst führt der Arzt den sogenannten Schweißtest durch. Ist dieser positiv, schließt sich eine genetische Untersuchung an.

Um Ihre Erkrankung sicher diagnostizieren zu können, benötigt der Arzt verschiedene Informationen von Ihnen. Es ist daher hilfreich, wenn Sie schon vor Ihrem Arztbesuch einige dieser Informationen zusammentragen bzw. sich überlegen, was Sie auf die Fragen des Arztes antworten möchten.
 
Der Arzt wird sie sicherlich fragen nach:

  • schweren Krankheiten, die bei verwandten Familienangehörigen aufgetreten sind
  • Ihren eigenen Erkrankungen
  • Ihren Lebensgewohnheiten wie Ernährung, Alkoholkonsum, Rauchen.

 
Darüber hinaus befragt der Arzt Sie ausführlich zu den Symptomen, unter denen Sie leiden. Dabei ist es für ihn nicht nur wichtig, welche Beschwerden sie haben. Es interessiert ihn darüber hinaus:

  • wie stark die Symptome sind (z.B. leicht, kaum auszuhalten etc.)
  • wann und wie häufig sie auftreten (z.B. immer nach dem Essen, nur alle zwei Wochen etc.)
  • ob sie früher nur leicht ausgeprägt waren und in letzter Zeit eventuell schlimmer geworden sind.

 
Nach diesem Gespräch findet eine sorgfältige körperliche Untersuchung statt. Bei Verdacht auf eine Funktionsstörung oder Erkrankung der Bauchspeicheldrüse wird Ihr Arzt zur weiteren Sicherung der Diagnose Blut-, Urin- und Stuhlproben im Labor untersuchen lassen. Auch bildgebende Verfahren (zum Beispiel Ultraschall, Darmspiegelung, die Computer-Tomographie) sind heute wichtiger Bestandteil der Diagnostik von Magen-Darm-Erkrankungen und Funktionsstörungen. Damit können auch schwerwiegende Erkrankungen wie Darmkrebs oder Morbus Crohn ausgeschlossen werden.