GRIPPESCHUTZIMPFUNG - WIE FUNTIONIERT'S?

Die Grippenschutzimpfung

Am zuverlässigsten schützen Sie sich vor einer Grippe mit der jährlichen Grippeschutzimpfung. Sie regt den Körper zur Bildung von Abwehrstoffen gegen die Viren an und versetzt ihn so in die Lage, sich selbst gegen eine Infektion zu wehren, hierbei wird eine natürliche Infektion mit Grippeviren ohne das Risiko einer Infektion sozusagen nachgeahmt. Sämtliche in Deutschland zugelassenen Injektionsimpfstoffe zum Grippeschutz enthalten das Immunsystem anregende Bestandteile aus abgetöteten oder abgeschwächten Viren. Auf diese Weise kann der Körper anhand der ihm verabreichten, unschädlich gemachten Viren bzw. deren Bestandteile bereits Abwehrstoffe in Form von Antikörper bilden. Somit ist er dann bei einer tatsächlichen Ansteckung gut vorbereitet und eine Erkrankung wird verhindert, bevor sie überhaupt entstehen kann.

Die Impfung ist in der Regel gut verträglich. Als Folge der natürlichen Auseinandersetzung des Körpers mit dem Impfstoff kann es – wie bei anderen Impfungen auch – vorübergehend zu leichten Schmerzen, Rötungen und Schwellungen an der Impfstelle kommen. Gelegentlich treten vorübergehend Fieber, Frösteln oder Schwitzen, Müdigkeit, Kopf-, Muskel- oder Gelenkschmerzen auf. Diese Beschwerden klingen üblicherweise innerhalb von 1 – 2 Tagen wieder ab.

Da die Grippeviren sehr wandlungsfähig sind und sich stetig verändern, verfolgt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Entwicklung der Viren und gibt ihre Informationen und ihr Wissen an die Impfstoffhersteller weiter. So können die Impfstoffe Jahr für Jahr an die veränderten Grippeviren angepasst werden und ein optimaler Impfschutz entsteht!

Die Grippeschutzimpfung kann grundsätzlich bei jedem Arzt/Ärztin erfolgen. Die meisten Personen lassen sich bei ihrem Hausarzt impfen, aber auch der Frauenarzt oder Betriebsarzt kann diese Impfung durchführen. Daneben bieten auch Gesundheitsämter in vielen Städten die Grippeschutzimpfung an. Kinder sollten generell beim Kinderarzt geimpft. 

Risikogruppen, d.h. alle Versicherte, die gemäß den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) geimpft werden sollten, erhalten die Impfung kostenlos, da die gesetzlichen Krankenkassen die  Kosten übernehmen. Für privat Krankenversicherte gelten ähnliche Regelungen. Ihre jeweilige Krankenversicherung gibt Ihnen gerne Auskunft hierzu!

Wer soll sich impfen lassen?

Die Grippeschutzimpfung macht für jeden Sinn, der sich vor einer Ansteckung schützen möchte.

Zudem empfiehlt das unabhängige Expertengremium der STIKO (Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut) die Grippeschutzimpfung insbesondere für folgende Personengruppen1:

  • Personen ab 60 Jahren

  • Schwangere, die während der Grippesaison (Dezember bis März/April) schwanger sind

  • Personen mit einer Grunderkrankung wie z.B.
    • chronischen Atemwegserkrankungen
    • chronischen Herz-Kreislauferkrankungen 
    • Leber- oder Nierenerkrankungen
    • Diabetes oder anderen Stoffwechselerkrankungen
    • chronisch neurologischen Grundkrankheiten wie z.B. Multiple Sklerose
    • angeborenen Immundefekten oder HIV

  • Bewohner von Alten- oder Pflegeheimen

  • Personen, die Kontakt mit Risikopersonen haben (z.B. pflegende Angehörige)

  • Personen, die aus beruflichen Gründen häufig Kontakt zu vielen Menschen haben
    • wie medizinisches Personal, Lehrer/in, Busfahrer/in etc.

  • Personen mit direktem Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln

Für die besonders gefährdete Gruppe der Senioren ab 60 Jahren hat die WHO eine Durchimpfungsrate von 75 Prozent als Ziel definiert. In Deutschland lag die Zahl 2013 bei gerade einmal 44 Prozent und damit weit vom WHO-Ziel entfernt.2 Wenn einer der genannten Risikofaktoren auf Sie zutrifft, sollten Sie die Möglichkeit einer Impfung mit Ihrem Hausarzt besprechen. Neben den erwähnten Risikogruppen ist die Grippeschutzimpfung auch für viele weitere Personen sinnvoll. Insbesondere Personen, die beruflich viel in Kontakt mit anderen Menschen stehen (sei es durch Publikumsverkehr oder durch ein Großraumbüro), viel die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen oder sich oft in Räumen mit großen Menschenansammlungen befinden (Theater, Kino, Sportverein, Fitnessstudio), sollten über eine Grippeschutzimpfung nachdenken. Denn eine Impfung  kann dann dazu beitragen, das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Zudem hilft jede einzelne Impfung, die Grippeverbreitung zu reduzieren!

Hohe Influenza-Impfquoten in der Gesamtbevölkerung können dazu beitragen, auch Personen, die nicht geimpft werden (können), vor einer Ansteckung zu schützen. Dieser „Herdenschutz“ führt dazu, dass sich das Virus in der Bevölkerung nicht mehr ausbreiten kann. Davon sind wir derzeit mit einer Influenza Impfquote von etwa 30 Prozent im Durchschnitt über alle Altersgruppen in der Gesamtbevölkerung allerdings weit entfernt.3

Denken Sie immer daran: Nicht nur Sie selbst können erkranken, Sie können die Grippeviren auch an andere Menschen weitergeben. Das kann für bestimmte Personen wie ältere Menschen oder chronisch Kranke unter Umständen gefährlich werden!

Der richtige Zeitpunkt für die Impfung

Sie möchten sich gegen die Grippe impfen lassen? Prima! Die beste Zeit für die jährliche Grippeschutzimpfung ist vor der Grippesaison.

Die Impfung sollte daher im Herbst in den Monaten September bis November durchgeführt werden. Denn der Impfschutz benötigt in der Regel 2 bis 3 Wochen zum Aufbau. Da die Grippewellen meistens in den Anfangsmonaten des Jahres liegen, sind Sie dann mit einer Impfung im Herbst bestens vorbereitet! Doch auch eine späte Impfung bis in den Januar oder Februar kann durchaus noch Sinn machen, insbesondere dann, wenn die Grippewelle noch nicht begonnen hat oder zweigipflich verläuft.

Wann sollte auf eine Grippeschutzimpfung verzichtet werden?

In folgenden Fällen sollte eine Impfung verschoben oder gegebenenfalls zu einem alternativen Impfstoff gegriffen werden:

  • Fieberhafte Infekte über 38,5° können dazu führen, dass der Impfschutz beeinträchtigt wird, die Impfung sollte dann auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.
  • Personen mit einer Allergie auf Hühnereiweiß sollten ihren Arzt darauf hinweisen – er wird dann einen Impfstoff verwenden, der diesen Stoff nicht enthält.
  • Kinder und Jugendliche, die an einer klinischen Immunschwäche oder an schwerem Asthma leiden oder eine Salicylat-Therapie erhalten, dürfen nicht mit dem Influenza-Lebendimpfstoff geimpft werden. Für sie stehen Totimpfstoffe aus abgetöteten Virenbestandteilen zur Verfügung.
Referenzen

Referenzen

1. Fragen und Antworten zur Grippe-Impfung, BZgA – Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Stand September 2014

2. Pressinformation versorgungsatlas.de „Grippe: Impfraten in Deutschland zu niedrig“, 5. Dezember 2013

3. Ergebnisse „Gesundheit in Deutschland aktuell“, Robert-Koch-Institut, http://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsB/GEDA12.pdf?__blob=publicationFile