DIE GRIPPE VERSTEHEN

Grippe verstehen

Alle Jahre wieder – kommt die Grippe. Es ist fast so sicher wie Weihnachten: Um den Jahreswechsel taucht sie auf und im Frühling verschwindet sie wieder. In Jahren schwerer Grippewellen schaden längere Arbeitsunfähigkeiten der gesamten Volkswirtschaft, ganz zu schweigen von den Betroffenen, die mit hohem Fieber im Bett liegen, sich häufig völlig erschlagen fühlen und teils Wochen brauchen, bis sie sich wieder vollständig erholt haben. Bei Älteren und chronisch Kranken kann eine Erkrankung noch dramatischer verlaufen und in einzelnen Fällen zum Tod führen.

Dabei ließen sich viele Grippeerkrankungen durch eine Schutzimpfung verhindern. Die WHO hatte bereits für 2010 ein ehrgeiziges Ziel ausgerufen: 75 Prozent der älteren Menschen sollten grippegeimpft sein. Überflüssig zu erwähnen, dass wir davon in Deutschland auch heute noch meilenweit entfernt sind.

Menschen, die die Grippe noch nicht am eigenen Leibe erlebt haben, verwechseln sie häufig mit einer banalen Erkältung. Wer hält es schon für nötig, sich gegen einen Schnupfen impfen zu lassen? Die umfassende Information jedes Einzelnen ist daher der wirksamste Weg zur Aufklärung über die „echte“ Grippe. Alle Informationen rund um die Erkrankung und Vorbeugung finden Sie hier auf InfluCare.

Bleiben Sie gesund.

Influenza oder Erkältung?

Die echte Grippe, auch Influenza genannt, ist eine ernstzunehmende Atemwegsinfektion. Sie wird häufig mit einer banalen Erkältung verwechselt. Im Gegensatz zu einer Erkältung beginnt die Grippe meist plötzlich und mit hohem Fieber. Weitere Merkmale sind Kopf- und Gliederschmerzen sowie ein schweres Krankheitsgefühl. Zwar plagen Grippekranke auch erkältungstypische Krankheitszeichen wie Husten und Schnupfen, häufig sind diese aber geringer ausgeprägt.

Influenza oder Erkältung?

Die echte Grippe, auch Influenza genannt, ist eine ernstzunehmende Atemwegsinfektion. Sie wird häufig mit einer banalen Erkältung verwechselt. Im Gegensatz zu einer Erkältung beginnt die Grippe meist plötzlich und mit hohem Fieber. Weitere Merkmale sind Kopf- und Gliederschmerzen sowie ein schweres Krankheitsgefühl. Zwar plagen Grippekranke auch erkältungstypische Krankheitszeichen wie Husten und Schnupfen, häufig sind diese aber geringer ausgeprägt.

Die unterschiedlichen Anzeichen von Influenza und Erkältung im Überblick:

InfluenzaErkältung
Plötzlicher Krankheitsbeginn+++-
Starkes Fieber+++-
Schweres Krankheitsgefühl++++
Atemwegsbeschwerden++++
Kopf- und Gliederschmerzen+

 

Die Erkrankung dauert normalerweise fünf bis sieben Tage – in schweren Fällen können aber zwei Wochen vergehen, bis alle Krankheitszeichen abgeklungen sind. Manche Betroffene fühlen sich auch Wochen nach der Erkrankung noch körperlich schwach. Bei älteren Menschen, Schwangeren und chronisch Kranken kann die Grippe einen schweren Verlauf nehmen. Die Grippe kann den Körper so weit schwächen, dass die Atemwege auch noch mit Bakterien befallen werden. Eine Lungenentzündung kann die Folge sein. In schweren Fällen oder bei Risikopatienten kann die Grippe auch zum Tod führen.

Aber auch bei weniger schwerem Krankheitsverlauf können die Folgen für den Erkrankten gravierend sein: So  bringt eine Grippe beispielsweise für die Mutter, die täglich ihre Kinder versorgen muss, den Studenten in der Prüfungsphase oder den Unternehmer vor einem wichtigen Geschäftstermin in eine sehr schwierige Situation.

Influenza-Viren werden von Mensch zu Mensch übertragen. Die Ansteckung erfolgt hauptsächlich über Tröpfchen, die beim Niesen oder Husten, aber auch beim Atmen und Sprechen entstehen. Über die Luft können sie aus den Atemwegen einer infizierten Person auf Ihre Schleimhäute gelangen. Sie können sich aber auch über die sogenannte Schmierinfektion anstecken. Hier werden die Viren indirekt durch den Kontakt mit Oberflächen wie Türgriffen, Haltegriffen in öffentlichen Verkehrsmitteln oder Händeschütteln übertragen. Wenn Sie danach Mund, Nase oder Augen berühren, können die Viren über die Schleimhäute in den Körper gelangen.

Im Winter kommt es regelmäßig zu Grippewellen. Obwohl auch ansonsten Gesunde erkranken können, werden die Folgen der Grippe häufig unterschätzt. So erkrankten laut Arbeitsgemeinschaft Influenza während der Saison 2012/13 in Deutschland etwa 66.000 Menschen an der Grippe – knapp die Hälfte davon so schwer, dass sie ins Krankenhaus eingewiesen werden mussten. Insgesamt verloren in dieser Saison etwa 200 Menschen ihr Leben durch eine Influenza-Erkrankung.1

Verläuft eine Grippewelle schwer, kommen zu den Folgen für die Erkrankten hohe volkswirtschaftliche Kosten hinzu. Fallen viele Mitarbeiter gleichzeitig aus, müssen Krankenhausstationen, Kindertagesstätten und Schulen geschlossen werden. Industriebetriebe sind durch hohe Krankenstände mit Produktionsausfällen konfrontiert. Konjunkturforscher des RWI Essen beziffern den wirtschaftlichen Schaden durch die Grippesaison 2014/15 mit über 2 Milliarden Euro.2

Die Grippe - seit Menschengedenken

Historiker nehmen an, dass die Influenza die Menschheit bereits in vorchristlicher Zeit plagte. Bereits der berühmteste Arzt des Altertums, Hippokrates von Kos (460-370 v. Chr) beschrieb im nordgriechischen Perinthus eine Erkrankung, deren Merkmale heute auf das Influenza-Virus zurückgeführt werden. Man nimmt an, dass die Menschheit seither mindestens 30 Grippeepidemien durchgemacht hat.

Auch im letzten Jahrhundert kam es zu großen Grippewellen, sogenannten Pandemien, denen viele Menschen zum Opfer fielen.

  • 1918/19 Spanische Grippe: Keine andere Krankheit hat jemals in einem so kurzen Zeitraum so viele Menschenleben gefordert. Die Spanische Grippe breitete sich ab März 1918 von einem US-Militärcamp in Kansas über Truppentransporte nach Europa aus. Bereits im Mai 1918 waren acht Millionen Spanier erkrankt. Im August klang die Krankheitswelle ab – um im Herbst  verstärkt wieder zu kommen. Das Virus war inzwischen mutiert und hatte an Aggressivität zugelegt. Bis März 1919 starben weltweit bis zu 50 Millionen Menschen.3

  • 1957 Asiatische Grippe: Das Virus gelangte über Chinesische Flüchtlinge nach Hongkong, von wo aus es sich schnell nach Europa und in die USA ausbreitete. Insgesamt forderte die Asiatische Grippe weltweit zwischen einer und vier Millionen Todesopfer4, auch Deutschland war betroffen. Zwar gab es zu diesem Zeitpunkt bereits einen Impfstoff gegen die Grippe, dieser war aber noch nicht flächendeckend verfügbar.

  • 1968: Hongkong-Grippe: Auch diese Grippe-Pandemie hatte ihren Ursprung in Hongkong. Weltweit starben auch hier etwa ein bis vier Millionen Menschen.4

Referenzen

Referenzen

1. Arbeitsgemeinschaft Influenza influenza.rki.de, Download am 21.04.2016

2. Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) www.rwi-essen.de, Download am 21.04.2016

3. Taubenberger JK et al.,

4. European Center for Disease Prevention and Control (ECDC) ecdc.europa.eu, Download am 08.12.2015