DIE GRIPPEGEFAHR IM ALLTAG

Überlebenskünstler Grippevirus

Kalte, trockene Luft und viele Menschen auf engem Raum – was für uns ungemütlich klingt, lässt das Influenzavirus zur Höchstform auflaufen. Niedrige Temperaturen verlängern nicht nur die Überlebenszeit des Virus, sie führen auch dazu, dass die menschlichen Schleimhäute auskühlen und die Durchblutung sinkt. Die körpereigene Immunabwehr wird so geschwächt.

Ähnliches gilt für trockene Luft. Die Schleimhäute verlieren Feuchtigkeit und damit auch Widerstandskraft. Befinden sich dann noch viele Menschen auf engem Raum, hat das Virus leichtes Spiel: Über Tröpfchen, die sich beim Sprechen, Husten oder Niesen bilden, gelangt es auf die Schleimhäute weiterer Personen. Eine Infektion kann aber auch als sogenannte Schmierinfektion über Kontakt mit infizierten Flächen wie z.B. Türklinken, Haltegriffen in Bus und Bahn oder Händeschütteln erfolgen.

In der kalten Jahreszeit ist daher niemand vor einer Influenza gefeit. Besonders hoch ist die Infektionsgefahr dort, wo viele Menschen zusammenkommen wie z.B. in öffentlichen Verkehrsmitteln und größeren Einrichtungen wie Krankenhäusern, Schulen oder Einkaufszentren.

Man geht davon aus, dass sich pro Jahr weltweit etwa 5 bis 10 % der Bevölkerung mit dem Virus infizieren.1 Für ältere Menschen, chronisch Kranke, Schwangere, aber auch noch ungeimpfte Babys kann eine Erkrankung schwerwiegende Folgen haben. Auch Todesfälle sind möglich.

Durch die Möglichkeit, mit dem Flugzeug in kürzester Zeit größte Strecken zurückzulegen, können sich die Grippeviren heutzutage im Rekordtempo in alle Welt verbreiten.

Was Sie tun können

Im Falle einer Erkrankung sind Sie Überträger des Grippevirus. Noch bevor bei Ihnen überhaupt die ersten Krankheitszeichen erscheinen, sind Sie bereits ansteckend für andere.

Alltäglicher Kontakt zu Familienmitgliedern, Freunden und Arbeitskollegen kann zu einer unbeabsichtigten Weitergabe des Grippevirus führen. Denken Sie auch besonders an den unvermeidlichen Kontakt mit Risikopersonen. Auch, wenn Sie selbst vielleicht jung sind und eine Grippeerkrankung mit hoher Wahrscheinlichkeit wegstecken könnten – auf die schwangere Frau in der U-Bahn am Sitz gegenüber, Ihre möglicherweise betagten Eltern oder das Baby Ihrer Freundin trifft das nicht immer zu. Gerade für diese Menschen kann eine Ansteckung  schwerwiegende Folgen haben – und in besonders tragischen Fällen sogar potentiell tödlich sein.

Lassen Sie sich gegen die Grippe impfen, so übernehmen Sie Verantwortung für Risikopersonen, die im Falle einer Ansteckung stärker mit der Erkrankung und ihren Komplikationen zu kämpfen hätten. Eine Impfung kann Sie und Ihr persönliches Umfeld vor den teilweise schwerwiegenden Folgen einer Erkrankung schützen. Die Grippeschutzimpfung ist die wirksamste vorbeugende Maßnahme gegen eine Infektion mit Influenzaviren.

Sind Sie bereit für die Grippezeit? Ein Selbsttest

1. Was sind typische Merkmale einer Influenza?

a. Kopf- und Gliederschmerzen
b. Hohes Fieber
c. Durchfall

2. Wie wird das Grippevirus übertragen?

a. durch Haustiere
b. durch eine Impfung
c. über Tröpfchen beim Sprechen, Husten oder Niesen

3. Wie oft sollte man sich gegen Grippe impfen lassen?

a. Jedes Jahr, weil sich das Virus verändert
b. Eine Auffrischungsimpfung alle 5 Jahre reicht aus
c. Eine einmalige Impfung genügt

4. Wer ist gefährdet, Komplikationen wie eine Lungenentzündung zu erleiden?

a. Personen ab 60 Jahre
b. Jugendliche
c. Personen mit chronischen Atemwegserkrankungen

5. Wann sollte auf eine Impfung verzichtet werden?

a. Bei einer leichten Erkältung sollte nicht geimpft werden
b. Bei Fieber ab 38,5°C sollte die Impfung verschoben werden
c. Bei beruflichem Stress wird von einer Impfung abgeraten

6. Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Impfung?

a. Im Hochsommer
b. In den Monaten September bis November
c. Wenige Tage vor Beginn der Grippewelle

7. Wie lange dauert es nach der Impfung, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist?

a. 3 Tage
b. 2 – 3 Wochen
c. 2 Monate

8. Wie entsteht der Grippeimpfschutz?

a. Der Körper bildet als Reaktion auf die mit der Impfung verabreichten, unschädlich gemachten Viren bzw. deren Bestandteilen Antikörper
b. Schützende Antikörper werden direkt mit der Impfung verabreicht
c. Die Impfung kann das Virus erst nach erfolgter Ansteckung unschädlich machen

9. Für wen ist eine Grippeschutzimpfung sinnvoll?

a. Für alle, die sich vor der nächsten Grippewelle schützen möchten
b. Für Angehörige von Personen, die zu jung für eine Impfung sind (Babys)
c. Für Angehörige von Personen, die aus gesundheitlichen Gründen keinen ausreichenden Schutz vor einer Influenza aufbauen können (z.B. im Rahmen einer Chemotherapie)

10. Was sind die häufigen Nebenwirkungen der Impfung?

a. Leichte Schmerzen, Rötung und Schwellung an der Impfstelle
b. Fieber, Frösteln oder Schwitzen, Müdigkeit, Kopf-, Muskel- oder Gelenkschmerzen
c. In manchen Fällen kann eine Influenza als Folge der Impfung auftreten

 

Lösungen:

Frage 1: a), b)
Frage 2: c)
Frage 3: a)
Frage 4: a), c)
Frage 5: b)
Frage 6: b)
Frage 7: b)
Frage 8: a)
Frage 9: a), b), c)
Frage 10: a), b)

Referenzen

Referenzen:

1. Weltgesundheitsorganisation (WHO)
http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs211/en/, Download am 08.12.2015