SICH ALS FRAU FÜHLEN

Der weibliche Körper

Wir Frauen müssen heute viele Entscheidungen treffen. Was soll zuerst kommen, die Kinder oder die Karriere? Oder bekomme ich erst Kinder und starte dann später so richtig durch? Genau andersherum? Unsere Lebensentwürfe sind heute so individuell, wunderbar, spannend und erfolgreich wie nie zuvor. Moderne Frauen sind auf vielen Gebieten engagiert. Sie leben sich in der Partnerschaft aus, mit ihrer Familie, im Beruf und natürlich in der Sexualität. Zumindest sollte das das Ziel sein! Allerdings ist das Leben mit 20 Jahren anders als mit 30. Und mit 40 völlig anders als mit 50. Sicher ist: Es bleibt spannend. Aber das Körpergefühl ändert sich eben.

Das liegt am Alter selbst, an den Lebensumständen und natürlich an den Veränderungen des weiblichen Hormonhaushaltes. Unsere Hormone steuern manchmal mehr, als uns lieb sein kann: Ob der Alltag gerade schwer fällt oder nicht. Ob das Spiegelbild zurücklacht oder ob uns ein Kloß im Hals steckt. Ob wir Lust auf Schokolade haben, auf einen Partner, auf den einen Partner. Ob wir schwanger werden können.

Auf dieser schönen Plattform finden alle Frauen Informationen rum um die typischen Vorgänge im weiblichen Körper. Und Informationen dazu, wie Frauen besser mit den hormonbedingten Veränderungen umgehen und im Zweifelsfall auch gegensteuern können. Nur keine Scham, bitte! Wie funktioniert eigentlich die Pille? Kann man in den Wechseljahren schwanger werden? Was hilft gegen Hitzewallungen und schlechte Laune? Und wie schaffen wir es, unser weibliches Körpergefühl durch alle Dekaden zu pflegen und zu erhalten? Keine Sorge, hier finden Sie alle Antworten. Außerdem erfahren Sie, welche medizinischen Check-Ups für Frauen sinnvoll sind und welche sogar bei der Planung des persönlichen Lebensentwurfs eine Rolle spielen können.

Eine informative Reise wünscht Ihnen

Paula Lambert

Körpergefühl und Körperpflege

Körpergefühl & Hormone: Wenn die Hormone aus dem Ruder laufen

Hormonschwankungen und ihre Symptome begleiten uns durch das ganze Leben: In der Pubertät, in der Schwangerschaft und vor allem während des Monatszyklus. In den Wechseljahren sinkt der Hormonspiegel zwar, aber auch das passiert nicht gleichmäßig. Bei den meisten Frauen kommt es über viele Jahre zu einem ständigen Auf und Ab der Botenstoffe.

Über die Hälfte aller Frauen kennen zyklusabhängige Stimmungsschwankungen; sie sind gereizt, nervös oder sogar traurig und depressiv. Bei manchen Frauen kündigt sich der Eisprung mit einem unangenehmen Ziehen im Unterleib an, die Brüste spannen und schmerzen. Auch ist der Körper je nach Hormonlage unterschiedlich leistungsfähig und vital. Haut und Haare verändern sich.

In den Wechseljahren verringert sich durch den Östrogenmangel zudem die Muskelmasse. Im Gegenzug entstehen Fettpolster an Stellen, an denen man sie gar nicht gerne hat: Der Bauchumfang nimmt zu, hartnäckiges Hüftgold entsteht. Auch werden bei vielen Frauen die Schleimhäute trockener und die Lust auf Sex nimmt ab. Das belastet die Partnerschaft. Nicht selten kommen Hitzewallungen hinzu, die von heftigen Schweißausbrüchen und Erröten begleitet werden. Was nun? Leidet die Lebensqualität, sollte man mit dem Frauenarzt gemeinsam überlegen, ob eine Hormonersatztherapie (HRT) eine Lösung ist. Ähnlich wie bei der Behandlung von Funktionsstörungen der Schilddrüse werden dem Körper dabei die fehlenden Hormone individuell wieder zugesetzt. Zum Beispiel in Form von Gelen, Pflaster oder – wie bei der Pille – als Tabletten.

Darüber hinaus kann man auch selbst eine Menge tun, um Lifestyle-abhängige Ausreißer im Hormonspiegel zu vermeiden – und zwar in jedem Alter:

Ganz wichtig: Wenig Alkohol und möglichst gar nicht rauchen. Die Östrogenproduktion reagiert sehr empfindlich auf Alkohol und Nikotin, besonders in Kombination. Bei durchfeierten Nächten sinkt der Spiegel rapide in den Keller.

Sport und Bewegung: Hier zählt vor allem Regelmäßigkeit. Die Sportart der Wahl sollte deshalb immer auch Spaß machen: Von Schwimmen bis Fahrradfahren gibt es viele Möglichkeiten. Aber auch der tägliche Spaziergang mit dem Hund reicht, um Gewebe wieder richtig zu durchbluten und mit Nährstoffen zu versorgen. Bewegung und die Extraportion Tageslicht wirken zudem positiv auf das Immunsystem. Gleichzeitig werden Stresshormone und nicht zuletzt Fettgewebe abgebaut. Davon profitiert auch das Herz-Kreislauf-System.

Reichlich und gut schlafen. Denn wenn wir schlafen, produziert der Körper Somatotropin, das so genannte Wachstumshormon, das unter anderem für die Zellregeneration zuständig ist, das Bindegewebe festigt und das Immunsystem stärkt. Somatotropin produziert der Körper übrigens nur nachts. Das Nickerchen am Mittag ist zwar gesund und erholsam, hilft aber der Zellregeneration nicht.

Körpergefühl & Ernährung
Essen, das glücklich und gesund macht

Von „guten“ Kohlehydraten in Form von Obst, Gemüse, Salat und Getreide kann der Körper im Grunde gar nicht genug bekommen. Sie liefern dem Körper nicht nur alle wichtigen Vitamine und Vitalstoffe, sondern vor allem die so genannten sekundären Pflanzenstoffe, die hoch effektiv gegen zellschädigende Verbindungen (Freie Radikale) im Körper vorgehen. Vollkorn, Obst und Gemüse halten außerdem den Blutzuckerspiegel im Schach. Tipp: Beerenobst ist besonders reich an sekundären Pflanzenstoffen, die der weibliche Stoffwechsel zudem besonders gut verwerten soll.

Fleisch steht heute immer seltener auf dem Speiseplan. Das ist auch gut so. Insbesondere fettreiches Fleisch hebt die Konzentration der „schlechten“ Cholesterinwerte im Blut und ist somit schlecht für Herz und Gefäße. Trotzdem sind Proteine (Eiweiß) speziell für Frauen unverzichtbar. Sie erfüllen im Körper lebenswichtige Aufgaben, sind Bausteine für Muskulatur, Haut, Haare und Nägel. Zudem benötigt der Körper sie zur Produktion bestimmter Hormone wie Somatotropin. Das ist der Botenstoff, der unsere Zellen regeneriert und zudem für die Fettverbrennung sorgt.

Gute Proteinlieferanten sind zum Beispiel Fisch, Geflügel, sowie magere Milchprodukte wie Hüttenkäse, Quark und Joghurt. Hinzu kommen alle Hülsenfrüchte, aber auch Bananen. All das kann den ganzen Tag über in den Speiseplan eingebaut werden.

Allerdings sollte man nicht zu spät essen, sonst ist der Stoffwechsel mit der Verdauung beschäftigt, statt unsere Körperzellen zu regenerieren. Dinner-Cancelling ist das Stichwort. Anti-Aging Spezialisten empfehlen, mindestens einmal die Woche nach 18.00 Uhr nichts mehr zu essen. Trinken ist erlaubt und sogar erwünscht, allerdings nur zuckerfreie Getränke wie Tee oder Wasser.

Körpergefühl & Verhütung
Die wichtigsten Methoden im Überblick

Bei der Lebens- und Familienplanung spielen Hormone eine wichtige Rolle. Über die Hälfte aller Frauen, die verhüten, nehmen die Pille. Ihre Wirkstoffe sind den weiblichen Sexualhormonen ähnlich.

Die so genannten Mini-Pillen enthalten ausschließlich Gestagene, die je nach Präparat den Eisprung hemmen und/oder den Schleim im Gebärmutterhals so verdicken, dass den Spermien der Weg zur Eizelle versperrt ist. Mikro-Pillen sind Kombinationspräparate. Sie enthalten Östrogen und Gestagen. Ihr Wirkungsprinzip beruht in erster Linie darauf, dass der Eisprung verhindert wird.

Mini- und Mikro-Pillen gibt es als Ein- oder Mehrphasenpräparate. Ihre Wirkung ist sehr zuverlässig, allerdings müssen sie regelmäßig eingenommen werden. Werden die Wirkstoffe ungewollt wieder erbrochen, zum Beispiel bei einer Magenverstimmung, kann das Folgen haben. Eine sichere Verhütung ist dann nicht mehr gegeben.

Das Hormonpflaster und der so genannte Hormon- oder Vaginalring enthalten ebenfalls eine Kombination von Östrogen und Gestagen. Das Hormonpflaster muss wöchentlich gewechselt werden, der Hormonring, der in der Scheide platziert wird, alle drei Wochen. Für den Wechsel benötigt man keinen Arzt, nur etwas Geschick. Erbrechen ist bei diesen Präparaten kein Problem, doch Vorsicht: Beides kann verloren gehen.

Die Spirale, das Hormonimplantat und die Dreimonatsspritze sind weitere hormonbasierte Varianten. Wie bei der Mini-Pille wird hier nur Gestagen eingesetzt. Die Spirale wird vom Arzt in die Gebärmutter eingesetzt und wirkt je nach Art 3 bis 5 Jahre. Das Implantat wird zum Beispiel am Oberarm unter die Haut gesetzt und wirkt bis zu 3 Jahren. Spirale und Implantat können aber auch schon früher wieder entfernt werden. Bei der Dreimonatsspritze ist man über 3 Monate festgelegt.

Daneben gibt es natürlich auch einige Verhütungsmethoden ohne Hormone: Kondome, das Diaphragma (eine Kunststoffkappe, die über den Muttermund gestülpt wird) und Scheidenzäpfchen mit Spermien abtötenden Wirkstoffen sind hier am geläufigsten. Nicht zu vergessen die Kupferspirale, ein mit Kupfer umwickeltes T-förmiges Kunststoffstäbchen, das Spermien den Weg zur Eizelle erschwert. Sie wird vom Frauenarzt in die Gebärmutter eingesetzt. Bei der Temperaturmethode ist man dagegen selbst gefordert: Ihr Prinzip beruht auf der Bestimmung der fruchtbaren und unfruchtbaren Tage im Zyklus.

Welche Methode die richtige ist, hängt wesentlich von den individuellen Ansprüchen und Voraussetzungen ab: Sicherheit, Verträglichkeit und Alltagspraxis sind wichtige Faktoren. Wer eine Schwangerschaft so sicher wie möglich ausschließen will, sollte sich nicht auf ein Kondom verlassen. Hormon-Präparate sind sicherer, müssen aber zum Leben passen. Wer viel in verschiedenen Zeitzonen unterwegs ist, kommt möglicherweise mit einem Hormonpflaster oder anderen länger wirkenden Methoden besser zurecht. Der Frauenarzt beziehungsweise die Frauenärztin sind hier die besten Berater, auch wenn es um mögliche individuelle Risikofaktoren geht.

Wichtig zu wissen: Eine Schwangerschaft ist auch in den Wechseljahren möglich. Für eine unbeschwerte Zweisamkeit sollten Sie auch und gerade dann mit Ihrem Frauenarzt beziehungsweise Ihrer Frauenärztin über die beste Verhütungsmöglichkeit sprechen.

Mit Haut & Haar

Haut & Haar

Wie kommt es, dass man an manchen Tagen ganz einfach besser aussieht als an anderen? Warum glänzen die Haare mehr? Wieso ist die Haut glatter und frischer als sonst? Die Antwort führt – wie so oft – in den Einflussbereich der Hormone.

Vor allem der Östrogenspiegel schlägt sich immer auch im Äußeren nieder. Östrogene regulieren die Talgproduktion, glätten die Haarstruktur und beeinflussen die natürlichen Feuchtigkeitsspeicher der Haut. An den fruchtbaren Tagen im Zyklus, wenn der Östrogenspiegel am höchsten ist, laufen die Mechanismen auf Hochtouren und wir blicken schon morgens in ein strahlendes Spiegelbild.

Werden die Östrogene nach dem Eisprung wieder weniger, verliert auch die Haut ihren Schimmer und ihre Strahlkraft. Zudem werden die Haare spröder. Ein rapider Abschwung, der sich ganz besonders nach der Schwangerschaft bemerkbar macht. Nach der Geburt fällt der Östrogenspiegel stark ab und bleibt meist auch über einige Zeit im Keller. In dieser Zeit kämpfen viele Frauen deshalb mit Haarausfall.

In den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel zwar nicht so plötzlich ab, dafür werden die Hormone aber dauerhaft weniger. Dies zeigt sich bei vielen Frauen in deutlich dünner und weniger werdendem Haar sowie einer immer trockener werdenden Gesichtshaut.

Tipps für schöne Haut und volles Haar

Trockene Haut, sprödes und weniger werdendes Haar ist oft die Folge von Östrogenmangel. So halten Sie am besten dagegen:

  1. Eine angepasste Hautpflege verwenden: Achten Sie bei den Inhaltsstoffen darauf, dass die Pflege vor allem Feuchtigkeit spendet. Spezielle Wirkstoffe, aber auch Fette sorgen dafür, dass die Haut die Feuchtigkeit so lange wie möglich speichert. Damit kein Glanzfilm entsteht, der die Poren verstopft, achten Sie darauf, dass die Fette den natürlichen Hautfetten ähnlich sind. Das ist zum Beispiel bei Mandelöl und Sheabutter der Fall.
  1. Viel Trinken: mindestens 2 Liter Flüssigkeit am Tag wirken Trockenheitsfältchen entgegen und schwemmen Schlacken aus, die unter anderem für Tränensäcke verantwortlich sind.
  2. Wer gegen Beschwerden in den Wechseljahren Hormone einnimmt, profitiert auch äußerlich davon. Die Haut wird wieder geschmeidiger und - weil Östrogen die Produktion von Kollagen wieder ankurbelt - auch elastischer. Sogar das Wachstum und die Dichte der Haare werden durch Hormonersatz wieder besser. Weisen Sie den Frauenarzt oder die Frauenärztin auf die Probleme Mit Haut & Haar hin, da es spezielle östrogene Wirkstoffe gibt, die besonders hilfreich sind. 
  3. Bei Haarpflegemitteln achten Sie darauf, dass diese aufbauende Wirkstoffe enthalten, die die Haarstruktur reparieren. Auch eine Tönung oder Farbe verbessert eine spröde Haarstruktur.

Gesund sein und bleiben

Es gibt Krankheiten, die jeden treffen können. Und es gibt Erkrankungen, die nur oder besonders häufig Frauen betreffen – zum Beispiel, weil sie geschlechtsabhängig sind oder mit fortschreitendem Alter durch die nachlassende Hormonproduktion begünstigt werden.

Wesentliche Risikofaktoren für das Auftreten vieler Erkrankungen bergen der Lebensstil, die erbliche Veranlagung, aber auch das Älterwerden selbst. Dank des medizinischen Fortschritts werden Frauen heute im Schnitt 82 Jahre alt. Dies hatte die Natur nicht vorgesehen. Reparaturmechanismen der Zellen, die in den ersten 50 Jahren des Lebens für eine hohe Widerstandsfähigkeit sorgen, funktionieren später nicht mehr richtig. Daher nimmt mit zunehmendem Alter das Risiko für alle Arten von Krebserkrankungen zu. Aber auch Herz-Kreislauferkrankungen, z.B. Infarkte und Schlaganfälle, treten häufiger auf.

Das Altern und die Erbanlagen können wir nicht beeinflussen. Die wichtigste Strategie, um sich zu schützen, ist deshalb eine gesunde Lebensweise. Hierfür müssen Sie sich nicht mit Verzicht quälen oder mit Yoga- oder Fitness-Terminen zusätzlich unter Stress setzen. Pflegen Sie lieber das Leben: Wenn Sie sich bewusst Zeit für das Essen nehmen, achten Sie automatisch mehr darauf, was Sie essen. Wenn Sie an Chaos-Tagen einfach mal eine Runde laufen, werden Sie merken, wie die Bewegung den Stresspegel senkt. Um Freundschaften zu pflegen, müssen Sie sich dafür zwar „Zeiträume“ schaffen – aus einem schönen Abend gewinnen Sie jedoch neue Energie für den Alltag. Und wer durch aktive Lebenspflege ausgeglichener ist, schläft auch wieder besser.

Trotzdem sollten Sie über die lauernden Risiken informiert sein und die medizinischen Möglichkeiten nutzen. Früherkennung, Prävention und natürlich die modernen Therapien können Sicherheit bieten, aber auch Leben retten und Lebensqualität erhalten – in jedem Fall also einen Gewinn bringen.

Frauensache: Diese Gefahren sollten Sie kennen

Osteoporose verursacht bei Frauen über 50 die meisten Knochenbrüche. Der Hauptgrund dafür ist der abnehmende Östrogenspiegel. Östrogen stärkt die Knochen und hält sie elastisch. Ob man betroffen ist oder nicht, kann der Arzt durch Knochendichtemessung feststellen. Gegensteuern kann der Frauen- oder Hausarzt mit individuellen Strategien, zum Beispiel im Rahmen einer Hormonersatztherapie, speziellen Medikamenten und Vitamin D.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache und treten bei Frauen und Männern etwa gleich häufig auf. Allerdings zeigen Studien, dass die Risiken unterschiedlich sind. Bluthochdruck, Diabetes und Rauchen haben bei Frauen offenbar größere Auswirkung auf das Gefäßsystem als bei Männern. Auch spielen Dauerstress und psycho-soziale Zusammenhänge bei Frauen eine größere Rolle und nicht zuletzt die nachlassende Schutzfunktion durch den Östrogenmangel in den Wechseljahren. Ein gesunder Lebensstil ist die wichtigste Prävention. Internist und Frauenarzt sind Ansprechpartner für entsprechende medizinische Strategien.

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen zwischen 30 und 70 Jahren. Die genauen Ursachen für Brustkrebs sind unbekannt. Fest steht, dass Frauen mit erblicher Belastung – wenn Mutter oder Schwester an Brustkrebs erkrankt sind – ein höheres Risiko haben. Eine erbliche Belastung hat jedoch nichts zu tun mit dem so genannten Brustkrebsgen, das unter anderem die Schauspielerin Angelina Jolie in die Schlagzeilen brachte. Hierbei handelt es sich um einen erblichen Gendefekt, der die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung extrem erhöht. Der Gendefekt ist relativ selten. Nur bei etwa 7 Prozent aller Brustkrebserkrankungen wird er als Ursache identifiziert. Für alle Arten von Brustkrebs gilt: Je früher sie entdeckt werden, desto größer die Heilungschancen.

Eierstockkrebs kann in seltenen Fällen ebenfalls durch einen erblichen Gendefekt ausgelöst werden. In den meisten Fällen bleibt die genaue Ursache aber auch hier unklar. Eierstockkrebs tritt deutlich seltener auf als Brustkrebs. Das Alter der betroffenen Frauen ist höher.

Gebärmutterhalskrebs entsteht durch Infektionen. Ursache sind HPV-Viren, die hauptsächlich beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. Normalerweise bekämpft das Immunsystem die Viren erfolgreich. Schafft es das nicht, nisten sich Viren im Gebärmutterhals ein. Dies kann zu Zellveränderungen, Krebsvorstufen und schließlich zu Gebärmutterhalskrebs führen. Jährlich erkranken ca. 6000 Frauen in Deutschland daran. Die gute Nachricht: Frühzeitig entdeckt ist er vollständig heilbar. Zudem ist Gebärmutterhalskrebs die einzige Krebsart, gegen die man sich zuverlässig impfen lassen kann.

Die Infektion mit HPV-Viren ist nicht zu verwechseln mit bakteriellen Vaginalinfektionen oder Pilzinfektionen. Beides kann durch den Partner übertragen werden. Die eigentliche Ursache sind meist jedoch mechanische Reizungen (zu enge Jeans) oder zu aggressive Pflegemittel. Sie zerstören den Film aus Milchsäurebakterien, der die Vagina auskleidet und vor Bakterien oder anderen Erregern schützt. Wirksame Hilfe bieten spezielle Vaginalkapseln, zum Beispiel Gynophilus®, die das Gleichgewicht der Vaginalflora wieder herstellen.

Check-ups speziell für Frauen

Nicht nur glauben, dass man gesund ist, sondern es wissen. Die wichtigsten Check-up Angebote für jedes Alter.

Von 20 bis 30:

Beim Frauenarzt

  • Jährliche Gebärmutterhalskrebs-Früherkennungsuntersuchung oder HPV-Impfung
  • Jährliche Untersuchung auf Chlamydieninfektion (bis 25 Jahre)

Von 30 bis 35: Beim Frauenarzt

  • Jährliche Gebärmutterhalskrebs-Früherkennungsuntersuchung, ggf. HPV-Impfung.
  • Jährliche Brustkrebsfrüherkennung (Tastuntersuchung einschließlich Lymphdrüsen)

Beim Hausarzt oder Internisten:

  • Alle zwei Jahre zum großen Gesundheits-Check-up mit Schwerpunkt auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen und Diabetes

Beim Dermatologen

  • Alle zwei Jahre zum Hautkrebs-Screening

Von 50 bis 70: Beim Frauenarzt

  • Jährliche Gebärmutterhalskrebs-Früherkennungsuntersuchung (solange man sexuell aktiv ist)
  • Jährliche Brustkrebsfrüherkennung (Tastuntersuchung einschließlich Lymphdrüsen)
  • Alle zwei Jahre Mammographie-Screening

Beim Hausarzt oder Internisten:

  • Alle zwei Jahre zum großen Gesundheits-Check-up mit Schwerpunkt auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen und Diabetes.
  • Jährliche Darmkrebsfrüherkennung (Stuhltest)

Beim Gastroenterologen:

  • Darmspiegelung (ab 56 Jahre mindestens alle 10 Jahre). Bei erhöhtem Risiko früher und öfter.

Beim Dermatologen:

  • Alle zwei Jahre zum Hautkrebs-Screening.

Der VIP der Frau

Die richtigen Hygienestrategien für den Intimbereich

Der Intimbereich ist ein Multitalent. Viele wichtige Funktionen müssen sich hier miteinander arrangieren.

Er ist Zentrum der Lust, der Fruchtbarkeit, der Schwangerschaft und wichtigste Produktionsstätte der weiblichen Sexualhormone. Ein „very important place“ eben. Wir nennen ihn kurz: VIP.

Nicht umsonst spielt er in den Pflegekonzepten von Frauen heute eine große Rolle: Sauberkeit und Slipeinlagen alleine reichen dabei längst nicht mehr aus. Duftstoffe, Cremes und Lotionen werden eingesetzt. Zudem ist natürlich die Intimrasur ein großes Thema. Tatsächlich bevorzugt jede zweite Frau bei sich selbst (und bei Ihrem Partner) ein gepflegtes Styling, immer öfter sogar einen völlig enthaarten VIP.

Doch Vorsicht! Der VIP ist empfindlich und hat eine sehr sensible Hautflora. WomensCare informiert, wie man sich bestens gepflegt fühlt, ohne dass es zu Infektionen und Entzündungen kommt.

Pflege: Weniger ist mehr

Ein gepflegtes Gefühl, Sicherheit – das wünschen sich Frauen, wenn es um den VIP und seine Pflege geht. Doch oft wird dabei übertrieben:

Zu häufiges Waschen, zu aggressive Seifen und Waschlotionen, zu viele Duftstoffe. Was eigentlich gut und richtig erscheint, kann den natürlichen Säureschutzmantel der vaginalen Schleimhaut zerstören. Er besteht aus Milchsäurebakterien (Laktobazillen) und hat die Aufgabe, die Ansiedlung von Keimen und Krankheitserregern zu vermeiden. Fehlt die körpereigene Schutzfunktion, kommt es zu Scheideninfektionen und Gerüchen. In der Folge werden häufig noch mehr und noch aggressivere Mittel verwendet. Ein Kreislauf entsteht.

Die besten Pflegemittel für den VIP sind deshalb seifen-, parfüm- und alkoholfrei. Ideal sind pH-neutrale Produkte, die auf das Säuremilieu von Haut und Scheide abgestimmt sind. Mit ihrer Hilfe regeneriert sich der angegriffene Schutzwall normalerweise schnell wieder. Wenn es bereits zu Infektionen gekommen ist, helfen Produkte, die der Haut die fehlenden Milchsäurebakterien zusetzen, zum Beispiel Gynophilus® Vaginalkapseln , die rezeptfrei in der Apotheke zu bekommen sind. Die Kapseln werden direkt in die Scheide eingeführt. Sie helfen Reizungen und Juckreiz zu lindern und tragen dazu bei, dass Infektionen normalerweise schnell wieder abklingen.

Die Scheidenkapseln sind außerdem beliebt bei Frauen, die in den Wechseljahren unter trockenen Schleimhäuten leiden. Denn durch den Östrogenmangel verändert sich auch die Scheidenflora. Milchsäurebakterien werden weniger, der natürliche Säureschutzmantel ist nicht mehr intakt. Gleitgele oder östrogenhaltige Cremes, die in Wechseljahren eingesetzt werden, können dieses Manko alleine nicht ausgleichen. Gynophilus® ist daher eine wichtige Ergänzung zu den Produkten.

Für herkömmliche Cremes gilt das gleiche wie für Seifen und Waschlotionen. Durch ihre Inhaltsstoffe und pH-Werte sind sie für den VIP leider oft ungeeignet.

Daneben können auch mechanische Reizungen die Vaginalflora zerstören, scheuernde Kleidung, oder sehr häufiger Geschlechtsverkehr zum Beispiel, aber auch zu große oder zu trockene Tampons in den schwächeren Tagen der Menstruation. Je nach Situation sind deshalb oft Binden die bessere Lösung. Und: Auch während der Menstruation braucht der Intimbereich keine anderen Pflegemittel als sonst. Der innere Bereich der Vagina ist selbst reinigend. Spülungen sind unnötig; sie können ebenfalls Infektionen begünstigen.

Wichtig: Bei anhaltenden Beschwerden, die sich auch durch geeignete Pflegeprodukte und Scheidenkapseln nicht bessern, sollten Sie den Termin beim Frauenarzt nicht auf die lange Bank schieben. Das gilt besonders in der Schwangerschaft. Infektionen sind der häufigste Grund für Frühgeburten. Sprechen Sie mit Ihrem Frauenarzt beziehungsweise Ihrer Frauenärztin gegebenenfalls über mögliche Prophylaxemaßnahmen.

Zehn goldene Regeln für die VIP-Pflege

  1. Nach der Toilette immer von vorne nach hinten wischen, niemals umgekehrt, sonst können Bakterien vom Darm in den Vaginalbereich übertragen werden.
  2. Den Intimbereich am besten nur mit lauwarmem Wasser und pH-neutralen Waschlotionen säubern. Alkalische Seifen, Duschgele, Intimsprays und Pflegemittel mit Düften oder Konservierungsstoffen verschieben den pH-Wert der Schleimhäute weiter in den ungünstigen Bereich.
  1. Zur Intimpflege nur die gewaschenen Hände, Einmalwaschlappen oder immer frische Baumwollwaschlappen verwenden. Bei feuchten Tüchern auf die Inhaltsstoffe achten. Oft sind Duft- oder Konservierungsstoffe enthalten.
  2. Scheidenspülungen sind immer schlecht für die Vaginalflora – das gilt erst recht in der Schwangerschaft oder wenn die Schleimhäute durch hormonelle Umstellungen in den Wechseljahren besonders trocken sind.
  3. Vorsicht bei der Intimrasur: Viele Enthaarungscremes enthalten Substanzen, die ähnlich wie Pflegemittel die Vaginalflora reizen. In Kosmetikstudios auf die Hygienemaßnahmen achten.
  4. Achtung auch in öffentlichen Toiletten oder Duschen. Wenn möglich den direkten Kontakt der Intimregion mit allen Flächen vermeiden und darauf achten, dass man keine Keime mit den eigenen Händen überträgt.
  5. Strumpfhosen und Unterwäsche mit Kunstfaser oder auch Slipeinlagen mit Kunststoff an der Rückseite können zu Wärme- oder Feuchtigkeitsstaus führen und sorgen somit dafür, dass sich schädliche Bakterien wohl fühlen und vermehren. Am besten ist Unterwäsche aus Naturfasern. Bei Slipeinlagen darauf achten, dass sie atmungsaktiv sind.
  6. Trockene Tampons können zu Reizungen führen. An schwächeren Tagen der Regelblutung besser Binden oder die ganz kleinen Tampons verwenden.
  7. Auch Reibung reizt die Vaginalflora: Ungünstige Nähte in der Kleidung und alles, was zu eng ist und scheuert, weglassen.
  8. Milchsäurebakterien helfen den pH-Wert der Vaginalschleimhäute wieder in den Normalbereich zu bringen und sie damit widerstandsfähiger gegen schädliche Bakterien zu machen. Entsprechende Produkte zur einfachen örtlichen Anwendung, zum Beispiel Gynophilus® Scheidenkapseln, gibt es rezeptfrei in der Apotheke.

Das Wichtigste: Beobachten Sie sich gut. Bei Verdacht auf eine Vaginalinfektion sollten Sie den Termin beim Frauenarzt nicht hinausschieben.

Intimfrisur:
Waxing, Rasierer & Co

Die Intimfrisur ist Trend. Umfragen verschiedener Frauenzeitschriften zufolge stylt die große Mehrheit der Frauen ihr Schamhaar – und zwar nicht nur in der Bikinisaison, sondern ganzjährig.

Am beliebtesten ist der nackte Hollywood-Cut, wobei wirklich alles weg muss. Gefolgt vom so genannten Landing-Strip, bei dem nur ein schmaler Streifen überbleibt. Beim Bikini-Cut werden die Haare entfernt, die meist seitlich aus dem Bikini-Höschen rausgucken.

Bei der Technik reicht die Palette vom klassischen Rasierer über Enthaarungscremes bis zum Brazilian-Waxing. Alle Verfahren haben Vor- und Nachteile: Rasieren ist schmerzfrei und man kann es selbst machen. Allerdings wachsen nachkommende Haarstoppeln gerne ein. Es können Entzündungen und Juckreiz entstehen.

Das Brazilian-Waxing ist schmerzhaft. Das Schamhaar wird dabei mit warmem Wachs präpariert, der nach dem Erkalten mit einem heftigen Ruck abgezogen wird. Selbst waxen ist schwierig. Die meisten Frauen lassen es daher bei der Kosmetikerin oder in spezialisierten Studios durchführen. Hier sollte man jedoch unbedingt darauf achten, dass höchste Hygienestandards eingehalten werden, damit Bakterien oder Viren nicht von einem Kunden auf den nächsten übertragen werden. Zertifizierungen können hier neben dem äußeren Eindruck und dem Bauchgefühl wichtige Hinweise bieten.

Eine sanfte Alternative für zu Hause sind Enthaarungscremes aus dem Drogeriemarkt. Sie zerstören die Haarstruktur und lösen das Haar knapp unterhalb der Hautoberfläche ab. Das Einwachsen von Haarstoppeln ist seltener. Allerdings sollte man bei empfindlicher Haut an anderer Stelle einen Test machen und darauf achten, dass die Creme nicht an die Schleimhäute gerät und die sensible Vaginalflora zerstört.

Kann man grau gewordenes Schamhaar auch färben? Ja, man kann, wenn man sich damit wohler fühlt. Aber auch hier ist mit den färbenden Substanzen Vorsicht geboten. Mit Milchsäurebakterien in Form von Vaginalkapseln kann man die Schleimhäute schützen und Infektionen vorbeugen.

Unnützes Wissen. Hätten Sie gedacht, dass …

...über 60 Prozent der Männer im Intimbereich rasiert sind?
...9 Prozent der Deutschen ein Intim-Piercing haben?
...jeder Deutsche jährlich rund 800 Euro für Gesundheits- und Körperpflegemittel ausgibt?
...in Deutschland jährlich rund 200 Millionen Kondome verkauft werden?
...die Mehrheit der Frauen lieber Binden, statt Tampons verwendet?

...die Mehrheit der Briten sich dem Partner nicht gerne nackt zeigt?
...der String-Tanga schon vor 75.000 Jahren erfunden wurde?

Sexualität

Sexualität – keine Frage des Alters

Sexualität hat viele Gesichter und wird von jedem Menschen auf seine Weise gelebt. Kultur, Religion und Erziehung spielen dabei eine Rolle, aber auch das Alter.

Mit 30 ist das Verlangen bei den meisten Menschen größer als mit 60. Doch sind die Sturm- und Drangjahre von Frauen – und Männern – noch längst kein Garant für guten Sex. Oft gibt es viel Frust, wo eigentlich die Lust vorherrschen sollte – weil der Stresslevel im Alltag zu hoch ist, weil die Erwartungshaltung zu hoch ist oder weil man sich nicht traut zu sagen, wie man sich Sex wirklich wünscht. Auch unerfüllter Kinderwunsch kann negative Energien in das Sexualleben bringen.

In der Lebensmitte nimmt die Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs bei den meisten Paaren zwar ab, doch wird er häufig als umso erfüllter empfunden.

Die Familienplanung ist abgeschlossen, beide Partner sind selbstbewusster geworden und erfahrener. Oft spielt Zärtlichkeit eine größere Rolle als früher. Nicht immer ist der Orgasmus das Ziel.

Aber Achtung: Eine Schwangerschaft ist erst in der Menopause wirklich auszuschließen, das heißt, wenn frau wirklich die allerletzte Menstruation hatte. Bis dahin sollten Sie – wenn kein Kinderwunsch besteht – auch in den Wechseljahren unbedingt verhüten und mit dem Frauenarzt beziehungsweise Ihrer Frauenärztin über eine geeignete Methode sprechen.