Es gibt viele typische Beschwerden, mit denen Frauen zu kämpfen haben. Die weiblichen Organe spielen dabei eine Rolle, aber auch das Alter, die Hormone und typisch weibliche Risikofaktoren. Mit 20 steht die Frau vor anderen Herausforderungen als mit 40, in der Schwangerschaft sind es andere Beschwerden als in den Wechseljahren. Damit muss sich heute jedoch niemand mehr abfinden. Für die meisten Beschwerden gibt es verschiedene individuelle Lösungen. WomensCare will Sie dabei unterstützen, in jeder Lebensphase die für Sie beste Strategie für Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden zu finden.

Frauenbeschwerden
verstehen

Typisch weiblich – Frauenbeschwerden von A bis Z

Die häufigsten Frauenbeschwerden von A – Z:

Arteriosklerose – Stress, Essgewohnheiten, Rauchen und andere Lifestylefaktoren sowie auch der Östrogenmangel in den Wechseljahren tragen bei Frauen als Risikofaktoren für Gefäß- und Herzerkrankungen bei.

Blasenentzündung – Nahezu jede Frau erwischt es einmal im Laufe des Lebens. Ursache sind oft bakterielle Infektionen und trockene Vaginalschleimhäute.

Diabetes – Bewegungsmangel und Übergewicht können das Risiko an Diabetes Typ 2 zu erkranken erhöhen. Aber auch die Wechseljahre steigern das Risiko, da der Östrogenmangel auch den Zuckerstoffwechsel beeinflusst.

Endometriose – Kann zur Unfruchtbarkeit führen. Hierbei sammeln sich Schleimhautzellen dort, wo sie eigentlich nicht hingehören.

Erschöpfung – oft in Verbindung mit Schlafproblemen ist ein typisches Stress-Symptom. Verstärkt sind Frauen in den Wechseljahren betroffen.

Gelbkörperzysten – entstehen, wenn der Gelbkörper nach dem Eisprung nicht richtig abgebaut wird. Sie bilden sich meist von alleine zurück.

Haarausfall – ist häufig eine Folge von Östrogenmangel in den Wechseljahren. Bei vielen Frauen wird das Haar auch dünner und die Haarstruktur verändert sich.

Herzrasen – auch Herzstolpern und plötzlicher Blutdruckanstieg ist ein typisches Stress-Symptom, hängt oft aber auch mit Östrogenmangel in den Wechseljahren zusammen.

Hitzewallungen/Schweißausbrüche – Das häufigste und bei vielen Frauen das am meisten belastende Symptom der Wechseljahre.

Krampfadern – Die bläulichen Venen am Bein treten in der Schwangerschaft oft besonders deutlich hervor.

Menstruationsbeschwerden – An den Tagen vor und während der Menstruation haben rund 40% aller Frauen Probleme. Die Bandbreite reicht von Befindlichkeitsstörungen und Stimmungsschwankungen bis hin zu Unterleibs- und Rückenschmerzen.

Morgenübelkeit – eine typische Begleiterscheinung der ersten Schwangerschaftswochen.

Osteoporose – Der Knochenschwund verursacht bei Frauen über 50 die meisten Knochenbrüche. Der Hauptgrund dafür ist der absinkende Östrogenspiegel.

Polyzystisches Ovarialsyndrom – eine hormonelle Fehlfunktion, die Schuld sein kann, wenn sich ein Kinderwunsch nicht erfüllt.

Schlafstörungen – Stress und die Wechseljahre sind meist der Grund dafür, wenn Frauen abends lange wachliegen oder nicht durchschlafen können.

Schwangerschaftsbeschwerden – Die Hormonumstellung in der Schwangerschaft kann eine ganze Reihe von Beschwerden verursachen: Morgenübelkeit, Stimmungsschwankungen, Venenschwäche, Scheideninfektionen.

Stimmungsschwankungen – In den Wechseljahren, in der Schwangerschaft oder vor der Menstruation sind die Hormone maßgeblich daran beteiligt.

Trockene Haut – der Östrogenmangel in den Wechseljahren schlägt sich auch an der Gesichtshaut nieder.

Vaginalinfektionen – unangenehm und für Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch auch nicht ganz ungefährlich. Meist steckt eine übertriebene oder falsche Intimhygiene dahinter. Aber auch Sexpraktiken oder wechselnde Partner können die Ursache sein.

Verstopfung – Hektik, Stress, aber auch Menstruationsbeschwerden und Schwangerschaft können dem Darm das Leben schwer machen.

Wechseljahrsbeschwerden – Etwa 2/3 aller Frauen ab 45 sind davon betroffen. Die Hälfte von ihnen so sehr, dass die Lebensqualität leidet.

Menstruationsbeschwerden

Die Tage vor und während der Menstruation können viele Frauen zur Verzweiflung bringen

Häufige Symptome sind Bauch- und Unterleibsschmerzen, Darmprobleme und Verstopfung, Kopfschmerzen und schmerzhafte Spannungen in den Brüsten. Heißhungerattacken vor allem auf Süßigkeiten sind in dieser Zeit ebenso möglich wie völlige Appetitlosigkeit. Beim Blick in den Spiegel ärgern sich viele Frauen regelmäßig über Hautunreinheiten und Pickel. Wassereinlagerungen (Ödeme) sorgen für unschöne Schwellungen an den Lidern. Typischerweise setzen die Beschwerden mit Beginn der Menstruation ein, bei vielen Frauen auch einige Tage davor. Doch wie kommt es dazu? Was ist Grund für diese Beschwerden?

Eine umfassende Erklärung gibt es in der Medizin nicht. Frauenärzte sprechen von einem multifaktoriellen Geschehen; das heißt, mehrere Ursachen, die zum Teil in Wechselwirkung miteinander stehen, kommen zusammen. Gewiss ist jedoch, dass hormonelle Veränderungen bei Beschwerden vor und während der Tage eine wichtige Rolle spielen: In der zweiten Zyklushälfte wird in den Eierstöcken das Gelbkörperhormon Progesteron (Gestagen) produziert. Gleichzeitig stellen die Eierstöcke dem Körper deutlich weniger Östrogen zur Verfügung. Dies wirkt sich auf die gesamte Leistungsfähigkeit des Körpers aus. Die Energie nimmt ab, die Lust an der Liebe ebenso.

Zudem produziert der Körper in der zweiten Zyklushälfte deutlich weniger Serotonin, das so genannte Glückshormon. In der Folge leidet häufig auch die Psyche. Die Stimmung sinkt rapide ab. Manche Frauen werden leicht reizbar, andere launisch oder sogar depressiv. Kein Wunder also, dass wir uns am liebsten ins Bett verkriechen möchten.

Wenn die Regel unregelmäßig kommt

Eigentlich sollte der Zyklus 28 Tage dauern, doch in der Realität sieht das oft anders aus

Es gibt viele Gründe, warum sich die Regel tagelang verzögert oder der Eisprung ausbleibt. Stress oder Klima- und Zeitzonenwechsel sind häufige Gründe. Aber auch nach dem Absetzen der Pille kann der Zyklus eine Weile schwanken.

Ist der Zyklus bei jüngeren Frauen dauerhaft unregelmäßig, kann auch eine Hormonstörung die Ursache sein. Vom so genannten polyzystischen Ovarialsyndrom, kurz PCO, sind rund 10 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter betroffen. Dahinter verbirgt sich eine hormonelle Fehlfunktion, die mit einem Überschuss an Testosteron einhergeht, während das Gelbkörperhormon fehlt.

Eisprung und Menstruation können sich durch das Ungleichgewicht der Hormone verzögern oder sogar ganz ausbleiben. Cholesterinwerte und Blutdruck steigen. Das Zuviel an männlichen Hormonen kann außerdem mit Damenbärtchen, Akne und Gewichtszunahme verbunden sein.

Wenn Frauen ab 40 Jahren mit unregelmäßigen Blutungszyklen kämpfen, können auch die Wechseljahre dahinter stecken. Damit verbunden sind oft Schmier- und Zwischenblutungen, die unvorbereitet einsetzen und deshalb besonders störend empfunden werden.

Andauernde Zyklusunregelmäßigkeiten sollten Sie deshalb immer von der Frauenärztin bzw. vom Frauenarzt abklären lassen - erst Recht, wenn Sie sich Kinder wünschen. Darüber hinaus sind die Fachärzte natürlich auch die Ansprechpersonen, wenn es darum geht, die Regel in den Wechseljahren wieder berechenbarer zu machen und eventuell weitere Symptome zu behandeln.

Beschwerden in den Wechseljahren

Viele Frauen bekommen von den Wechseljahren gar nicht viel mit. Andere treffen sie mit voller Wucht: Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Hitzewallungen und Schweißausbrüche

Die Symptome können schon im ganz „normalen“ Alltag eine Herausforderung sein. Umso belastender sind sie dann, wenn man eigentlich hoch leistungsfähig sein muss. Zum Beispiel, weil der Job mal wieder besonders stressig ist, weil es die familiäre Situation bedingt oder weil man vielleicht gerade im Aufbau einer neuen Lebenssituation ist.

Warum manche Frauen stärkere Symptome haben als andere, ist unklar. Vermutlich spielen erbliche Faktoren eine Rolle. Grundsätzlich kommt aber keine Frau an der hormonellen Umstellung vorbei. Sie beginnt im Schnitt mit Mitte 40, wenn sich in den Eierstöcken der Vorrat an Eizellen dem Ende zuneigt. Der Zyklus dauert oft viel länger, die Periode kommt unregelmäßiger, bis sie nach 10 bis 15 Jahren schließlich ganz ausbleibt und eine Schwangerschaft nicht mehr möglich ist. In dieser Zeit nimmt die körpereigene Produktion der weiblichen Sexualhormone kontinuierlich ab. Zunächst wird das Progesteron weniger, später sinkt auch der Östrogenspiegel deutlich ab.

Bei jeder zweiten Frau verursacht der Hormonrückgang überfallartige Hitzewallungen, die im Gesicht beginnen und sich über den Oberkörper ausbreiten. Oft rötet sich dabei die Haut und es kommt zu heftigen Schweißausbrüchen. Viele Frauen schlafen in den Wechseljahren schlechter, fühlen sich oft müde und erschöpft, Stimmungstiefs kommen hinzu. Zudem kann sich der sinkende Hormonspiegel nachteilig auf die Libido auswirken. Die Schleimhäute der Vagina und sogar der Harnröhre und Harnblase werden trockener. In Folge haben viele Frauen Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und verspüren häufigen Harndrang. Zudem kommt es häufiger zu Vaginalinfektionen, was die Lust auf Geschlechtsverkehr zusätzlich schmälern kann.

Neben den klassischen Symptomen können Hormondefizite in den Wechseljahren eine ganze Reihe weiterer Veränderungen auslösen, die man selbst zunächst gar nicht bemerkt, die aber im Lebensverlauf durchaus einschneidende Folgen haben können. Zum Beispiel die nachlassende Knochendichte und das daraus resultierende Risiko für Knochenbrüche.

Andere Veränderungen werden durchaus bemerkt, aber oft nicht mit den Wechseljahren in Verbindung gebracht: Herzrasen, erhöhter Blutdruck und schlechtere Cholesterin- und Zuckerwerte können die Folge von Östrogenmangel sein. Ebenso die hartnäckigen Fettpölsterchen, die sich an den Hüften und am Bauch festsetzen, oder die dünner werdenden und ausfallenden Haare. Da Östrogen auch an der Kollagenbildung beteiligt ist, wird in den Wechseljahren auch die Haut trockener. Knitterfältchen entstehen.

Bin ich nun in den Wechseljahren, oder nicht?

Diese Frage lässt sich am sichersten durch die Untersuchung bei der Frauenärztin bzw. beim Frauenarzt klären. Eine Hormonanalyse kann dabei hilfreich sein, ist aber nicht ausschlaggebend, da der Hormonspiegel in den Wechseljahren erheblich schwankt. Am Tag der Blutabnahme kann er durchaus normal sein, um am nächsten oder übernächsten Tag wieder deutlich zu sinken. Für die Diagnostik und die Therapieempfehlung sind deshalb neben der körperlichen Untersuchung und dem Abstrich der Vaginalschleimhaut das individuelle Beschwerdebild und der Leidensdruck ausschlaggebend.

Der Frust mit der Lust

Wechseljahre, Menopause. Zugegeben: Das klingt nicht sehr sexy. Erst recht nicht, wenn man mit beiden Beinen mitten im Leben steht. Kein Wunder, dass oftmals auch das Liebesleben belastet ist.

Viele Frauen fühlen sich nicht mehr attraktiv, hadern mit ihrem Körper und haben weniger Lust auf Liebe. Doch die Wechseljahre sind nicht das Ende der Weiblichkeit, sondern können der Beginn eines neuen weiblichen Körpergefühls und einer neuen Zweisamkeit sein. Der Körper verändert sich, aber auch die Partnerschaft und somit die sexuellen Bedürfnisse. Mehr Zeit und Nähe können genauso erfüllend sein, wie das Feuer der früheren Jahre.

Allerdings gibt es auch Wechseljahressymptome, die beim Geschlechtsverkehr zum Problem werden können. Dazu zählt die zunehmende Empfindlichkeit der Scheide. Durch die nachlassende Produktion der Sexualhormone wird sie trockener und die zarte Haut noch dünner, das Sekret verändert sich. Alles zusammen kann bewirken, dass der Sex als unangenehm oder sogar schmerzhaft empfunden wird. Infektionen werden häufiger, was zusätzliche Beschwerden verursacht und außerdem die Lust hemmt. Was nun?

Gleitmittel allein reichen oft nicht aus, da sie nur das Symptom behandeln. Eine sinnvolle Ergänzung können daher spezielle Produkte, wie zum Beispiel Gynophilus®, sein. Die darin enthaltenen Milchsäurebakterien bauen die Vaginalflora wieder auf und können so zur Regeneration der Schleimhäute beitragen. Gleichzeitig halten sie unerwünschte Bakterien in Schach und beugen somit Infektionen vor. Ausprobieren lautet hier die Devise – und den Frauenarzt um Rat fragen. Der Ersatz der fehlenden Hormone kann das Problem in der Ursache beheben.

Selbsttest: Sind das die Wechseljahre?

Etwa 65% aller Frauen leiden unter Wechseljahrbeschwerden. Bei der Hälfte von ihnen sind die Beschwerden stark ausgeprägt. Die andere Hälfte hat mäßige Beschwerden, die anfangs manchmal gar nicht mit den Wechseljahren in Verbindung gebracht werden. Der Selbsttest hilft Ihnen, die Anzeichen zu erkennen und sich auf den Termin beim Frauenarzt vorzubereiten.

  1. Habe ich in letzter Zeit mit plötzlich aufsteigender Hitze und Schweißausbrüchen zu kämpfen?
    - Wenn ja: schwach / mäßig / stark ausgeprägt
  2. Kann ich schlechter einschlafen als früher? Wache ich in der Nacht öfter auf - auch vollkommen verschwitzt - oder bin ich morgens viel zu früh wach?
    - Wenn ja: selten / öfter / regelmäßig
  1. Bin ich reizbarer geworden? Werde ich schneller nervös oder aggressiv? Fühle ich mich von innerer Unruhe oder Anspannung getrieben?
    - Wenn ja: selten / öfter / regelmäßig
  2. Leide ich neuerdings unter Stimmungsschwankungen, Antriebslosigkeit oder Traurigkeit, ohne dass es dafür konkrete Anlässe gibt?
    - Wenn ja: selten / öfter / regelmäßig
  3. Hat meine Leistungsfähigkeit spürbar nachgelassen? Fühle ich mich erschöpft und abgeschlagen?
    - Wenn ja: schwach / mäßig / stark ausgeprägt
  4. Machen mir neuerdings Herzrasen, Herzstolpern und/oder erhöhter Blutdruck zu schaffen?
    - Wenn ja: selten / öfter / regelmäßig
  5. Fällt es mir in letzter Zeit schwerer, mich zu konzentrieren und hat meine Gedächtnisleistung abgenommen?
    - Wenn ja: schwach / mäßig / stark ausgeprägt
  6. Hat die Lust auf Sex nachgelassen und hat sich deshalb mein Sexualleben verändert?
    - Wenn ja: schwach / mäßig / stark ausgeprägt
  7. Sind die Schleimhäute der Scheide trockener geworden und habe ich deshalb Schmerzen beim Geschlechtsverkehr?
    - Wenn ja: schwach / mäßig / stark augeprägt
  8. Leide ich in letzter Zeit öfter unter Entzündungen im Vaginalbereich und vermehrtem Harndrang?
    - Wenn ja: selten / öfter / regelmäßig
  9. Habe ich zugenommen? Setzen sich kleine Sünden beim Essen in letzter Zeit stärker und hartnäckiger an den Hüften fest?
    - Wenn ja: schwach / mäßig / stark ausgeprägt

Wichtig zu wissen: Wechseljahrsbeschwerden sind in ihrer Art und Ausprägung sehr individuell. Nicht jede Frau hat alle aufgeführten Symptome. Auch wenn Sie sich nur in einzelnen Punkten wieder finden, sollten Sie bei mäßig bis starken bzw. öfter bis regelmäßig auftretenden Beschwerden Ihre Frauenärztin oder Ihren Frauenarzt darauf ansprechen.

Vaginalinfektionen

Die Ursache für Vaginalinfektionen sehen Frauen oft bei ihren Partnern, öffentlichen Toiletten, den Duschen im Schwimmbad oder Fitness-Studio. Stimmt auch, aber nur zum Teil.

Normalerweise müsste das körpereigene Abwehrsystem der Vaginalschleimhaut spielend mit den Erregern fertig werden. Es besteht aus Milliarden von Milchsäurebakterien (Laktobazillen), die für ein gleichmäßig saures Milieu sorgen und schädlichen Bakterien dadurch kaum eine Chance bieten, sich einzunisten. Schaffen sie es doch, stecken meist Veränderungen der natürlichen Vaginalflora dahinter.

Eine sehr häufige Ursache ist übertriebene Intimhygiene oder falsche Pflegemittel. Duftstoffe, Seife mit zu hohen pH-Werten und grundsätzlich alle antibakteriellen Wirkstoffe können den Schutzmantel ebenso zerstören wie mechanische Reizungen, zum Beispiel durch trockene Tampons, Sexspielzeuge oder enge Jeans.

Manchmal stecken auch Allergien, zum Beispiel gegen Inhaltsstoffe von Waschmitteln oder Kunstfasern in Unterwäsche, dahinter. Fast paradox: Auch Antibiotika sind ein häufiger Grund für Vaginalinfektionen. Insbesondere Breitbandmedikamente unterscheiden nicht zwischen verschiedenen Arten von Bakterien und richten sich daher immer auch gegen die nützlichen Mikroorganismen im Körper. Je feuchter das Milieu, desto wohler fühlen sich Milchsäurebakterien. Umgekehrt kann die Vaginalflora schwächeln, wenn die Scheide durch hormonelle Einflüsse trockener wird, zum Beispiel in der zweiten Zyklushälfte, wenn das Östrogen im Körper weniger wird. Frauen in den Wechseljahren leiden aus diesem Grund ebenfalls häufig an Scheideninfektionen, die nicht selten auf Harnleiter und Blase übergehen. Chronischer Harndrang hat hier oft seine Ursache.

Die wichtigste erste Hilfemaßnahme ist deshalb, die persönlichen Risikofaktoren und Gewohnheiten genau abzuchecken. Je mehr Sie die möglichen Ursachen eingrenzen, desto gezielter und wirksamer können Sie gegen Infektionen vorgehen.

Selbst-Test: Risiken für Vaginalinfektionen

Hinter Infektionen im Genitalbereich steckt oft eine veränderte Scheidenflora. Der Selbst-Test hilft, die möglichen Ursachen zu finden:

  1. Verwende ich Seifen oder Waschlotionen, die nicht mindestens pH-neutral sind?
  2. Verwende ich Pflegemittel mit Duft- oder Konservierungsstoffen?
  3. Verwende ich zur Haarentfernung im Intimbereich Rasier-Gels oder Enthaarungscremes?
  4. Sind meine Slipeinlagen nicht luftdurchlässig/atmungsaktiv?
  1. Habe ich Reizungen oder Schmerzen durch das Entfernen von Tampons?
  2. Gibt es hormonelle Veränderungen, zum Beispiel durch Schwangerschaft oder Wechseljahre?
  3. Trage ich Kleidungsstücke, die scheuern oder möglicherweise durch Kunstfasern zu allergischen Reaktionen führen?
  4. Gibt es Praktiken beim Intimverkehr, die zu Reizungen führen?
  5. Benutze ich häufig öffentliche Toiletten, Saunen, Whirpools oder Duschen?
  6. Wische ich nach dem Toilettengang von vorne nach hinten? Umgekehrt können Bakterien aus dem Darm in die Vagina übertragen werden.

Das Wichtigste ist: Beobachten Sie sich gut. Juckreiz, Rötungen, Brennen und Schmerzen in der Intimregion, ein weißlich-grauer oder bröckeliger Ausfluß und / oder ein unangenehm fischiger Geruch sind Hinweise für eine Infektion.

Beschwerden in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft liegen Freud und Leid manchmal dicht beieinander. Auf der einen Seite die Freude auf das Baby und die neue Familiensituation. Auf der anderen Seite haben viele Frauen unangenehme Beschwerden, die sie durch die Schwangerschaft begleiten.

Kein Wunder, denn die Schwangerschaft ist eine Zeit höchster hormoneller Aktivität mit entsprechenden körperlichen Veränderungen. Der Körper erhöht die Produktion von Östrogenen und vor allem von Progesteron. Aber es kommen auch neue Hormone hinzu, unter anderem das so genannte humane Choriongonadotropin (HCG), das von der entstehenden Plazenta (Mutterkuchen) hergestellt wird. HCG ist sehr wichtig für den Erhalt der Schwangerschaft, aber es hat auch Nebenwirkungen. Die klassische Morgenübelkeit, die Frauen vor allem im ersten Schwangerschaftsdrittel plagt, geht zu einem Großteil auf seine Rechnung.

Progesteron, neben Östrogen eines der wichtigsten Sexualhormone der Frau, sorgt in der Schwangerschaft unter anderem für die Funktion der Plazenta. Zudem stimuliert es die Milchproduktion in den Brüsten und entspannt bestimmte Muskelgruppen im Körper, um sie auf die Geburt und die Wehen vorzubereiten. Leider entspannt sich dabei auch der Ringmuskel, der den Magen von der Speiseröhre trennt. Die häufige Folge ist Sodbrennen. Zudem wird der Darm unter dem verstärkten Einfluss von Progesteron träger, so dass viele Frauen mit Verstopfung und Völlegefühl kämpfen.

In der Schwangerschaft ist Progesteron außerdem dafür zuständig, dass das Bindegewebe elastischer und weicher wird. Schließlich wird es durch den wachsenden Embryo, aber auch bei der Geburt buchstäblich auf die Zerreißprobe gestellt. Leider unterscheidet das Progesteron nicht zwischen verschiedenen Geweben, so dass auch die Venenwände betroffen sind. Da gleichzeitig in der Schwangerschaft das Blutvolumen zunimmt, leiden viele Frauen unter Krampfadern - vor allem, wenn es schon vor der Schwangerschaft eine Neigung dazu gab. Das Risiko einer Thrombose steigt. In der Schwangerschaft ist Thrombose-Prophylaxe deshalb ein wichtiges Thema. Das gilt besonders, wenn Frauen nicht mehr ganz jung schwanger werden. Bei Frauen über 40 fällt bei den Vorsorgeuntersuchungen oft auch ein erhöhter Blutdruck auf, der sich nach der Schwangerschaft von alleine wieder normalisieren kann.

Nicht zuletzt verändern die Hormone in der Schwangerschaft auch die Vaginalschleimhäute. Der pH-Wert steigt. In der Folge kommt das natürliche Abwehrsystem der Schleimhäute aus dem Gleichgewicht und Bakterien haben leichtes Spiel. Aus diesem Grund sind Frauen in der Schwangerschaft unter anderem anfälliger für Vaginalinfektionen. Sie sind die häufigste Ursache für Frühgeburten ab der 24. Schwangerschaftswoche. Die Vorbeugung von Vaginalinfektionen hat in und vor der Schwangerschaft deshalb eine ganz besondere Bedeutung.

Heißhunger auf Nutella mit Zwiebeln – Wie kommt es dazu?

Hering mit Erdbeeren oder Nutella mit Zwiebeln? „Unter Umständen“ kann das ein Hochgenuss sein. Manchmal sind die seltsamen Nahrungsmittel-Gelüste sogar das erste Zeichen für eine Schwangerschaft.

Zu den Ursachen der ungewohnten Gelüste nach bestimmten Nahrungsmitteln gibt es verschiedene Theorien. Fest steht, dass die Hormone auch am Geschmackssinn beteiligt sind. Da sich der Hormonspiegel in der Schwangerschaft verändert, kann es möglicherweise auch bei Nahrungsmitteln zu neuen Vorlieben kommen.

Experten vermuten darüber hinaus, dass der Körper mit dem Heißhunger auf Süßes, Salziges oder Saures spontan Bedarf an bestimmten Nährstoffen und Mineralien anmeldet. In der Schwangerschaft ist der Bedarf enorm erhöht.

Am besten sollte man dem Körper deshalb geben, was er verlangt. Wer mit den Pfunden kämpft, sollte dabei allerdings auf einen moderaten Zucker- und Fettanteil achten. Kleiner Trost: Meist normalisieren sich die Vorlieben im Verlauf der Schwangerschaft wieder.

Tipp: Mit einer ausgewogenen und vielseitigen Ernährung können Sie dem spontanen Mangel an Nährstoffen am besten vorbeugen.

Körper & Psyche

Ob es uns gut geht oder nicht, wird nicht allein von körperlichen Symptomen bestimmt. Auch die Psyche spielt dabei eine große Rolle.

Die Ursachen für Emotionen wie Wut, Ärger, Angst oder Traurigkeit sind vielfältig. Oft sind Stress oder spezielle Lebenssituationen schuld daran. Wer im Leben viel Verantwortung trägt und im Alltag viel um die Ohren hat, dem fehlt es oftmals an Geduld, um mit zusätzlichen Problemen oder Konflikten gelassen umzugehen. Spontane Wut-, aber auch Tränenausbrüche sind die häufige Folge.

Daneben können aber auch die Hormone stark an unserer Stimmungslage beteiligt sein. Vor dem Einsetzen des Eisprungs erleben viele Frauen ein Hoch, weil die reichlich vorhandenen Östrogene den Anstieg von aktivierenden Botenstoffen wie Serotonin und Dopamin auslösen.

Sinkt der Östrogenspiegel dagegen vor der Periode stark ab, löst das bei vielen Frauen negative Emotionen aus. Von Nervosität über „Zickigkeit“ bis zu Übellaunigkeit ist an den Tagen vor den Tagen alles möglich – und zwar im raschen Wechsel.

In den Wechseljahren schwanken die Hormone zwar auch, doch nimmt der Östrogenspiegel dabei immer mehr ab. Stimmungstiefs halten deshalb bei vielen Frauen länger an und werden intensiver empfunden. Unruhe macht sich breit, oft auch Unzufriedenheit. Viele Frauen sind leicht reizbar und aufbrausend. Manche neigen zum Grübeln, schlafen dadurch schlecht. Damit sollten Sie sich auf keinen Fall abfinden, denn die Lebensmitte hat ein hohes Potential, zur besten Zeit Ihres Lebens zu werden.