Die Familie planen

Körper, Kinderwunsch & Schwangerschaft

Viele Paare planen die Babyfrage sehr genau, verhüten ab dem Tage X nicht mehr. Andere wollen zwar grundsätzlich Kinder, können sich aber noch nicht so recht entscheiden. Ob wir doch erst noch renovieren, umziehen oder die nächste Gehaltserhöhung mitnehmen? Doch im Grunde sind auch hier die Würfel gefallen und die Mechanismen des Unbewussten beginnen zu wirken. Die Pille oder das Kondom wird öfter vergessen und irgendwann ganz weggelassen.

Ob und wie schnell es dann wirklich klappt, hängt von vielen Faktoren ab: der persönliche Lebensstil spielt eine Rolle, das Alter, aber auch vom richtigen Zeitpunkt beim Sex. Eine Schwangerschaft ist immer nur einmal im Zyklus möglich: Das ist um die Zeit des Eisprungs herum. Bei Frauen mit regelmäßigem Zyklus ist das etwa 12 bis 16 Tage vor der nächsten Periode. Von dieser Zeit an, ist das Ei bis zu 24 Stunden befruchtungsfähig. Da Spermien mehrere Tage im Körper der Frau überleben und auf den Eisprung warten können, weitet sich der günstigste Moment für den Sex auf etwa eine Woche aus. Ein Zykluskalender hilft, den Zeitraum besser zu bestimmen. Außerdem eine gute Körperbeobachtung. Vor dem Eisprung wird der Schleim in der Vagina bzw. am Mutterwund dünnflüssiger, klarer und zieht Fäden. Dies ist von der Natur so eingerichtet, um das Vorwärtskommen der Spermien zu erleichtern.

Das Wichtigste jedoch ist es, keinen Druck aufzubauen, sondern auf dem Weg zum Ziel entspannt zu bleiben und sich in der Wartezeit gut auf die Schwangerschaft vorzubereiten.

Körper, Kinderwunsch & Schwangerschaft

Schwanger werden: Gut vorbereitet? Einfach die Verhütungsmittel absetzen und warten, bis es soweit ist. Das kann gut gehen, muss es aber nicht. Um eine stressfreie Schwangerschaft zu genießen, gibt es ein paar Dinge, die Sie schon vorher erledigen oder beachten können:

Impfungen – Wissen Sie, ob Sie schon Röteln und Windpocken hatten oder dagegen geimpft sind? Sprechen Sie mit Ihrem Haus- oder Frauenarzt darüber. Nicht immer liegt ein lückenlos gepflegter Impfpass vor. Wenn Zweifel am Schutz bestehen, sollten Sie die Impfung auf jeden Fall nachholen oder auffrischen lassen. Denn: Stecken Sie sich in der Schwangerschaft bei Nichten, Neffen oder den Nachbarskindern an, ist die Schwangerschaft und das Kind in Gefahr. Frühgeburten und Missbildungen des Kindes können auf das Konto von Röteln- oder Windpockeninfektionen während der Schwangerschaft gehen. Nicht ganz so gefährlich sind Masern und Keuchhusten, doch auch hier gibt es ein erhöhtes Frühgeburts-Risiko.

Medikamente – Wenn Sie außer der Pille regelmäßig Medikamente einnehmen, zum Beispiel bei Schilddrüsenerkrankungen, Bluthochdruck etc., klären Sie mit Ihrem Arzt, ob die Arzneien im Falle einer Schwangerschaft gefährlich werden können. Oft gibt es Ersatzpräparate oder die Medikamente können unter ärztlicher Kontrolle für eine Weile ganz weggelassen werden.

Ernährung und Sport – Auch das ist für werdende Schwangere ein wichtiges Thema. Frauen, die sich gesund und vitalstoffreich ernähren und sich viel bewegen, werden leichter schwanger und haben auch in der Schwangerschaft weniger Probleme. Dabei sollten Sie unbedingt auf eine gute Versorgung mit Jod und Folsäure achten und speziell hier auch zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen. Besonders Jod benötigt der Körper in der Schwangerschaft in deutlich größeren Mengen als sonst, da es unter anderem die Entwicklung des Gehirns und der Skelettstruktur des Kindes unterstützt. Folsäure kann bestimmten Fehlentwicklungen des Kindes wie dem offenen Rücken vorbeugen. Da sich der Spiegel nur langsam aufbaut, ist es wichtig, mit der Einnahme der Produkte schon vor der Schwangerschaft zu beginnen.

Vaginalinfektionen – Bakterielle Infektionen der Scheide zählen zu den häufigsten Gründen für Fehlgeburten ab der 24. Schwangerschaftswoche. Bei einem Verdacht oder wenn Sie häufiger von Infektionen betroffen sind, ist auch das ein Thema für den Frauenarzt. Möglicherweise ist eine antibiotische Behandlung sinnvoll, bevor es zur Schwangerschaft kommt. In jedem Fall sollten Sie vor und während der Schwangerschaft über eine geeignete Prophylaxe mit Milchsäurebakterien, zum Beispiel Gynophilus®, Scheidenkapseln nachdenken.

Körper, Kinderwunsch & Schwangerschaft

Schwanger sein – Was verändert sich?
Bin ich schwanger oder nicht? Ein Schwangerschaftstest aus der Apotheke zeigt das frühestens am ersten Tag nach dem Ausbleiben der Regel an. Die meisten Frauen bemerken allerdings schon früher Veränderungen, die auf eine Schwangerschaft hinweisen.

Kommt es zur Befruchtung einer Eizelle, stellt sich die Hormonproduktion im Körper wie auf Kommando um. Östrogen und Progesteron haben nun nicht mehr die Aufgabe, den Zyklus zu steuern, sondern die Schwangerschaft zu managen und das ungeborene Kind zu schützen. Als Begleiterscheinung der plötzlichen Hormonumstellung kommt es bei vielen Frauen zu auffälligen Stimmungsschwankungen; höhere Empfindlichkeit und Sodbrennen sind ebenfalls häufig frühe Anzeichen einer Schwangerschaft. Außerdem die gefürchtete Morgenübelkeit. Sie wird durch das Schwangerschaftshormon HCG (Humanes Choriongonadotropin) ausgelöst. Das Hormon ist auch für Spannungsschmerzen in den Brüsten verantwortlich und löst letztlich auch das positive Signal bei einem Selbsttest aus der Apotheke aus.

Wirklich Sicherheit gibt allerdings nur die Untersuchung beim Frauenarzt. Wenn die Regel zwei bis drei Wochen ausgeblieben ist, wird es höchste Zeit für einen Termin, der bei einem positiven Ergebnis gleich auch den Termin zur ersten Vorsorgeuntersuchung vorgibt. Einige Wochen später lässt sich bei der Ultraschalluntersuchung bereits der Herzschlag des Kindes darstellen.

Ab dem 3. Monat wölbt sich allmählich der Bauch, die Schwangerschaft wird auch äußerlich sichtbar. Bald darauf spürt man auch die ersten Kindsbewegungen und mit etwas Glück kann bei der zweiten Ultraschalluntersuchung bestimmt werden, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist. Beschwerden wie die Morgenübelkeit lassen bei den meisten Frauen nach, dafür macht sich allmählich der Platzmangel im Bauch bemerkbar. Venenprobleme können auftreten und der Darm wird zunehmend träger. Trotzdem erleben die meisten Frauen das mittlere Drittel der Schwangerschaft als unbeschwerte Zeit und genießen die Vorfreude auf das Baby.

Ab dem 6. Monat ist der wachsende Bauch im Alltag öfter im Weg. Viele Frauen werden kurzatmiger. Die Beine können anschwellen. Der Körper sendet allmählich deutliche Signale, dass er mehr Ruhe und längere Entspannungsphasen benötigt als sonst. Auch wenn der Mutterschutz erst 6 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin beginnt, sollten Sie ab sofort auf Ihren Bauch hören und das tägliche Pensum entsprechend reduzieren.

Auch und besonders in den letzten Schwangerschaftswochen sind Sie durch die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt in bester medizinischer Betreuung. Es kann aber immer Beschwerden geben, die Sie auch zwischen den Terminen unbedingt abklären lassen sollten. Dazu zählen:

  • Blutungen oder starker Ausfluss.
  • Starke Bauchschmerzen, die sich auch durch Entspannung und Wärme nicht legen.
  • Infektionserkrankungen, insbesondere wenn es sich um typische Kinderkrankheiten wie Röteln oder Windpocken handeln könnte.
  • Veränderungen im Intimbereich, die auf eine Vaginalinfektion hindeuten, zum Beispiel Brennen, Schmerzen, Juckreiz und starke Rötungen.
  • Anhaltender und ungewöhnlich starker Durst kann ein Zeichen für Schwangerschaftsdiabetes sein.

Körper, Kinderwunsch & Schwangerschaft

Schwangerschaftsvorsorge im Überblick

Screening – Während der Schwangerschaft sind 10 Vorsorgeuntersuchungen vorgesehen, die von den gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen bezahlt werden. Hierbei werden regelmäßig Blutdruck, Gewicht und Urin kontrolliert. Außerdem wird der Stand der Gebärmutter untersucht. Lage und Herztöne des Kindes werden kontrolliert.

Bei der Erstuntersuchung, etwa in der 5. Schwangerschaftswoche, werden zusätzliche Allgemeinuntersuchungen – zum Beispiel Urinuntersuchung, Blutdruckmessung usw. durchgeführt und eine Anamnese erhoben. Dies ermöglicht dem Arzt, Schwangerschaftsrisiken besser einzuschätzen. Hierbei werden Sie zum Beispiel nach Krankheiten oder familiären Belastungen gefragt. Wenn Sie erstmals den Frauenarzt aufsuchen, der die Schwangerschaft begleitet, sollten Sie sich deshalb gut auf das Gespräch vorbereiten. Außerdem werden verschiedene Blutuntersuchungen durchgeführt, um Blutgruppe, Rhesusfaktor und Hämoglobinwert zu bestimmen und die Immunität gegen Röteln sicher zu stellen.

HIV-Test – Der Test wird heute routinemäßig angeboten. Er ist keine Pflicht, aber empfehlenswert und zählt auch zu den Leistungen der Krankenkasse.

Ultraschalluntersuchungen – Im Rahmen einer normal verlaufenden Schwangerschaft sind drei Ultraschalluntersuchungen vorgesehen. Die erste Ultraschalluntersuchung sollte zwischen der 12. und 14. Schwangerschaftswoche stattfinden. Hierbei kann der Arzt zum Beispiel erkennen, ob Zwillinge unterwegs sind. Auch können die Ultraschallbilder Hinweise auf bestimmte Fehlbildungen geben. Bei der zweiten Untersuchung in der 20. Schwangerschaftswoche können bereits das Herz und alle anderen Organe des Babys untersucht werden. Die dritte Ultraschalluntersuchung erfolgt in der 30. Schwangerschaftswoche. Alle drei Untersuchungen sind Krankenkassenleistungen.

Hepatitis-Test – Ein Hepatitis-Test zählt ebenfalls zu den Leistungen der Krankenkassen. Er wird nach der 32. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Hepatitis B ist eine Virus-Infektion der Leber. Während der Schwangerschaft erhöht Hepatitis B das Risiko einer Fehlgeburt.

Zusätzliche Untersuchungen:

Toxoplasmose-Test – Bei diesem Bluttest wird nach einem Erreger gesucht, der durch Katzenkot, rohes Fleisch oder Gartenerde übertragen wird. Liegt eine Erkrankung vor, muss noch in der Schwangerschaft behandelt werden. Der Test ist normalerweise eine Selbstzahlerleistung.

Zucker-Belastungstest – In der zweiten Schwangerschaftshälfte kann es auch bei Nicht-Diabetikerinnen zu einem Schwangerschaftsdiabetes kommen. Ärzte empfehlen daher, in der 24. bis 28. Schwangerschaftswoche einen Zucker-Belastungstest durchzuführen. Die Blutuntersuchung ist deutlich aussagekräftiger als ein Urintest, wird aber von den Krankenkassen nur dann bezahlt, wenn ein Risiko oder ein Verdacht auf Zucker vorliegt.

Ringelröteln und Windpocken – Ist der Impfstatus gegen Windpocken oder Ringelröteln unklar, kann auch dies noch während der Schwangerschaft getestet werden. Die Untersuchung zählt zu den Selbstzahlerleistungen.

Pränatal-Diagnostik:

Triple-Test – Der Triple-Test umfasst drei Blutuntersuchungen, mit deren Hilfe die Wahrscheinlichkeit verschiedener Chromosomenanomalien eingegrenzt werden können, insbesondere, ob das Baby von der Trisomie 21 betroffen ist. Der Chromosomenfehler, der zum Down-Syndrom führt, ist selten, wird aber mit zunehmendem Alter der Mutter häufiger.

Nackentransparenz-Test – Auch der Nackentransparenz-Test dient zum Ausschluss der Trisomie 21. Hierbei wird mit Ultraschall an der Nackenfalte des Babys untersucht, ob unter der Haut ein verdicktes Wasserpolster vorhanden sein könnte.

Amniozentese – Bei dem als Fruchtwasseruntersuchung bekannten Verfahren lassen sich sowohl Chromosomenanomalien als auch bestimmte andere Risiken wie eine Blutgruppenunverträglichkeit zwischen Mutter und Kind feststellen. Zudem kann auch eine Plazenta-Punktion oder eine Nabelschnur-Punktion durchgeführt werden. Die Untersuchungen sind allerdings für Mutter und Kind nicht ohne Risiko. Ihr Nutzen sollte deshalb gut abgewogen werden.

Gut zu wissen: Der Triple-Test und der Nackentransparenz-Test sind immer Selbstzahler-Leistungen, es sei denn es besteht ein konkreter Verdacht auf eine Erkrankung des Kindes. Die Fruchtwasseruntersuchung wird dagegen bei Schwangeren ab 35 immer von den Krankenkassen bezahlt, auch wenn kein Verdacht besteht.

Körper, Kinderwunsch & Schwangerschaft

Checkliste: Vorbereiten auf die Schwangerschaft

  1. Impfbuch beim Frauenarzt oder Hausarzt checken lassen. Besteht Schutz gegen
    • Röteln
    • Windpocken
    • Masern
    • Keuchhusten
    • Tetanus
  1. Wenn Grippesaison ist, auch diese Impfung nicht vergessen. Grippeimpfungen können und sollten allerdings auch während der Schwangerschaft erfolgen.
  2. Alle Medikamente, die man regelmäßig einnimmt, vom Frauenarzt oder Hausarzt checken lassen. Sie könnten dem Ungeborenen erheblich schaden.
  3. Auf jodhaltiges Salz umsteigen oder in Absprache mit dem Arzt Jodtabletten einnehmen.
  4. In der Apotheke oder im Drogeriemarkt Folsäure kaufen. Bereits in der Kinderwunschphase sollten Sie pro Tag 0,4 Milligramm einnehmen.
  5. Auf Vaginalinfektionen achten und behandeln lassen. Juckreiz, Brennen, Schmerzen und Ausfluss sind deutliche Hinweise auf eine Vaginalinfektion.
  6. Bei hoher Anfälligkeit für Vaginalinfektionen täglich Produkte mit Milchsäurebakterien zur Prophylaxe, zum Beispiel Gynophilus®, Scheidenkapseln, verwenden.
  7. Wenn Sie unter Krampfadern leiden oder schon einmal eine Thrombose hatten, sprechen Sie Ihren Arzt schon vor der Schwangerschaft auf eine mögliche Prophylaxe an.

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Themen-Spezial: Familienplanung mit 45 plus

Manche Frauen setzen noch einmal alles daran, bei anderen passiert es einfach und stellt das Leben gehörig auf den Kopf. Die Zahl der Frauen, die mit 45 plus noch einmal oder auch das erste Mal schwanger werden steigt stetig an.

Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Diejenigen Frauen, die sich mit über 45 bewusst für ein Kind entscheiden, haben den Kinderwunsch aus beruflichen Gründen oft lange vor sich her geschoben oder keinen geeigneten Partner gefunden. Frauen, die schon Mutter sind, fangen nicht selten mit einem neuen Partner noch einmal ganz von vorne an.

Eigentlich ein typisches Wechseljahresphänomen. Doch anders als viele Frauen vermuten, schließen die Wechseljahre eine Schwangerschaft eben nicht aus. Manche Frauen werden deshalb spät noch einmal ungewollt schwanger.

Familienplanung ist somit keine Frage des Alters. Auch wenn der Zyklus unregelmäßiger wird und die Periode öfter ausbleibt. Solange ein Eisprung stattfindet, kann es immer auch zu einer Schwangerschaft kommen. Vorausgesetzt natürlich man hat zu diesem Zeitpunkt Sex. Wer mit 45 plus kein Kind mehr möchte, sollte nach wie vor auf eine sichere Verhütung setzen.

Körper, Kinderwunsch & Schwangerschaft

Verhütung mit 45 plus

Das Einsetzen der Wechseljahre bedeutet noch längst nicht das Ende der Fruchtbarkeit. Je nach Lebenssituation ist das Thema Verhütung deshalb mit 45 plus hoch aktuell.

Um eine Schwangerschaft in den Wechseljahren sicher auszuschließen, gilt es solange zu verhüten, bis die natürliche Menstruation mindestens ein Jahr ausgeblieben ist. Frauen, die regelmäßig die Pille einnehmen, merken davon allerdings gar nichts, da sie trotzdem eine Blutung haben. Um kein Risiko einzugehen, nehmen manche Frauen die Pille deshalb ganz einfach weiter - bis Sex irgendwann seltener wird oder Wechseljahrsbeschwerden in den Vordergrund rücken und eine Hormonersatztherapie vorgezogen wird.

Für sexuell aktive Frauen, die Hormone gegen Wechseljahrsbeschwerden einnehmen, ist eine alternative Verhütungsmethode sinnvoll. Geeignet sind zum Beispiel Kondome, ein Diaphragma, das über den Muttermund gestülpt wird, oder eine Spirale, die der Frauenarzt in die Gebärmutter einsetzt.

Natürlich eignen sich Kondome, Diaphragma und Spirale auch für Frauen, die keine Hormone gegen Wechseljahrsbeschwerden einnehmen. Umgekehrt gibt es aber auch Frauen, die sich in den Wechseljahren nach längerer Pillenpause wieder für eine hormonelle Verhütung entscheiden.

Ein Universalrezept für die Verhütung mit 45 plus gibt es nicht. Der Frauenarzt ist der beste Berater, um die Methode zu finden, die am besten zur persönlichen Lebenssituation passt.

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Schwangerschaft mit 40 plus

Ein Baby mit über 40? Das ist heute fast schon normal. Doch verläuft eine Schwangerschaft in dem Alter tatsächlich so unkompliziert, wie uns Prominente in Talk-Shows glauben machen?

Ja, sagen Experten. Wenn Frauen gesund und schlank sind, spricht nichts dagegen, dass sie ihre Schwangerschaft genau so erleben wie Ute Lemper, die mit 48 Jahren glücklich schwanger war. Allerdings tragen Frauen - je älter sie sind - ein höheres Risiko, ein Baby mit einer Chromosomenanomalie wie dem Down-Syndrom zu gebären.

Vorteilhaft in diesem Zusammenhang ist, dass sich Schwangerschaftsvorsorge und die Geburtsmedizin inzwischen auf die Bedürfnisse der so genannten Spätgebärenden eingestellt haben. Mit verschiedenen Testverfahren wie dem Triple-Test und einer speziellen Ultraschalluntersuchung lässt sich das Risiko für eine Chromosomenanomalie bereits im frühen Stadium der Schwangerschaft sehr zuverlässig abklären. Wenn aufgrund der Ergebnisse zu erwarten ist, dass das Baby nicht gesund zur Welt kommen wird, haben Frauen die Möglichkeit, sich besser auf die neue Situation einzustellen oder die Schwangerschaft abzubrechen.

Alle anderen Risiken wie die eines Schwangerschaftsdiabetes, Bluthochdruck oder einer Frühgeburt tragen sie gemeinsam mit den jüngeren werdenden Müttern. Allerdings achten Frauen, die mit über 40 endlich oder noch einmal schwanger werden, viel mehr auf sich und ihren Körper, leben gesünder und sind gewissenhafter, was die Vorsorge betrifft. Bei guter medizinischer Betreuung erleben Frauen in den 40ern oft eine entspanntere Schwangerschaft als die 20- oder 30-Jährigen.

Lifestyle & Sexualität & Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft ist eine aufregende und spannende Zeit. Doch das Leben geht weiter. Je normaler Frauen den Alltag gestalten, desto wohler fühlen sie sich. Allerdings gibt es natürlich immer ein paar Dinge, die man anders betrachten muss als bisher.

Urlaub – In der Schwangerschaft zu verreisen, ist grundsätzlich kein Problem. Im Gegenteil. Sich von der Aufregung der ersten Schwangerschaftsphase zu erholen und neue Kräfte zu tanken, tut Mutter und Kind sogar gut. Allerdings sollten Sie wegen der Thrombosegefahr nach dem 3. Monat auf lange Flüge verzichten und bei längeren Autofahrten immer wieder Bewegungspausen einlegen. Auch bei Kurzstreckenflügen kann es Ihnen im letzten Schwangerschaftsdrittel – wenn der Babybauch nicht mehr zu übersehen ist - passieren, dass Fluggesellschaften ein ärztliches Attest haben möchten, das Ihre Flugtauglichkeit zum Zeitpunkt der Reise bestätigt. In jedem Fall sollten Sie sich vorher erkundigen, damit der Urlaub nicht schon am Flughafen endet.

Kaffee trinken – Studien deuten darauf hin, dass zu viel Koffein beim Säugling zu einem geringeren Geburtsgewicht führen kann. Bis zu 300mg Koffein täglich ist jedoch nach der aktuellen Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung unbedenklich. Das entspricht etwa 3 Tassen normalen Kaffees. Allerdings muss man dabei auch andere koffeinhaltige Getränke berücksichtigen: Schwarzer Tee, Cola und Energy-Drinks.

Haare färben – Wenn Sie keine Naturfarben wie Henna benutzen, bedeutet das, den Körper mit Chemikalien in Kontakt zu bringen. Ob diese dem Ungeborenen tatsächlich schaden, ist nicht gesichert. Es gibt allerdings auch keine Untersuchungen, die das Gegenteil belegen. Um kein Risiko einzugehen, sollten Sie auf Naturfarben umsteigen oder vor der Schwangerschaft eine Farbe wählen, die dauerndes Nachfärben unnötig macht.

Intimrasur – Frauen, die sich regelmäßig rasieren, wollen darauf oft auch in der Schwangerschaft nicht verzichten. Kein Problem, allerdings sollten Sie noch mehr als sonst darauf achten, die empfindliche Vaginalflora nicht zu stören, zum Beispiel durch zu aggressiven Rasierschaum oder Enthaarungscremes. In der Schwangerschaft ist die Vagina ohnehin empfänglicher für Infektionen.

Sex – Paare, die auf eine Schwangerschaft hinarbeiten, haben viel Sex. In der Schwangerschaft ändert sich das dann oft, weil Frauen übel ist oder weil sie Bedenken haben, dass rund um den Embryo und die Gebärmutter etwas verletzt werden könnte. Doch das ist unbegründet. Bis sich der Muttermund gegen Ende der Schwangerschaft weitet, ist alles erlaubt, was sich gut anfühlt und was gut tut. Vorsicht allerdings mit Sexspielzeugen. Sie können Infektionen begünstigen und durch das fehlende „Tastgefühl“ unangenehm sein.

Den VIP pflegen & schützen

Um die Schwangerschaft und ihr ungeborenes Kind zu schützen, nehmen werdende Mütter vieles in Kauf. Doch sind es oft die ganz alltäglichen Dinge, die in der Schwangerschaft zur Gefahr werden können.

Durch den Gang zur Toilette, die Dusche im Schwimmbad oder den Besuch im Waxing-Studio können Bakterien zum Intimbereich vordringen, die normalerweise durch das saure Milieu der Vaginalflora spielend bekämpft werden. Doch in der Schwangerschaft ist vieles anders. Der pH-Wert steigt in einen Bereich, in dem Bakterien leichtes Spiel haben und zu folgenschweren Infektionen führen können.


Vaginalinfektionen, die in die Gebärmutter und in die Eierstöcke aufsteigen, sind in Deutschland die häufigste Ursache für Frühgeburten ab der 24. Schwangerschaftswoche. Dabei kann man derartige Infektionen durch die richtige VIP-Pflege und Prophylaxe leicht verhindern.

Zehn goldene Regeln für die Intimhygiene

  1. Nach der Toilette immer von vorne nach hinten wischen, niemals umgekehrt, sonst können Bakterien vom Darm in den Vaginalbereich übertragen werden.
  2. Den Intimbereich am besten nur mit lauwarmem Wasser und pH-neutralen Waschlotionen säubern. Alkalische Seifen, Duschgele, Intimsprays und Pflegemittel mit Düften oder Konservierungsstoffen können den pH-Wert der Schleimhäute weiter in den ungünstigen Bereich verschieben.
  1. Intimpflege am besten nur mit gewaschenen Händen, Einmalwaschlappen oder immer frische Baumwollwaschlappen verwenden. Bei feuchten Tüchern auf die Inhaltsstoffe achten. Oft sind Duft- oder Konservierungsstoffe enthalten. Diese können unter Umständen Reizungen hervorrufen.
  2. Scheidenspülungen sind ungünstig für die Vaginalflora – das gilt erst recht in der Schwangerschaft oder auch wenn sich die Schleimhäute durch hormonelle Umstellungen in den Wechseljahren verändern.
  3. Vorsicht bei der Intimrasur: Viele Enthaarungscremes enthalten Substanzen, die die Vaginalflora reizen können. In Kosmetikstudios auf die Hygienemaßnahmen achten.
  4. Achtung auch in öffentlichen Toiletten oder Duschen. Wenn möglich den direkten Kontakt der Intimregion mit allen Flächen vermeiden und darauf achten, dass man keine Keime mit den eigenen Händen überträgt.
  5. Strumpfhosen und Unterwäsche mit Kunstfaser oder auch Slipeinlagen mit Kunststoff an der Rückseite können zu Wärme- oder Feuchtigkeitsstaus führen und sorgen somit dafür, dass sich schädliche Bakterien wohl fühlen und vermehren. Am besten ist Unterwäsche aus Naturfasern. Bei Slipeinlagen darauf achten, dass sie atmungsaktiv sind.
  6. Tampons können zu Reizungen führen. An schwächeren Tagen der Regelblutung besser Binden oder kleine Tampons verwenden.
  7. Auch Reibung reizt die Vaginalflora: Ungünstige Nähte in der Kleidung und alles, was zu eng ist und scheuert, weglassen.
  8. Produkte mit Milchsäurebakterien verwenden. Sie helfen den pH-Wert der Vaginalschleimhäute wieder in den Normalbereich zu bringen und machen sie damit widerstandsfähiger gegen schädliche Bakterien. Die Milchsäurebakterien bilden außerdem einen Schutzschild, der die Anheftung von Krankheitserregern an die Schleimhaut erschwert. Für die Gesundheit der Scheide ist daher ein ausreichend hoher Anteil an Milchsäurebakterien wichtig. Entsprechende Produkte zur einfachen örtlichen Anwendung, zum Beispiel Gynophilus® Scheidenkapseln, gibt es rezeptfrei in der Apotheke und online bei Versandapotheken.

Das Wichtigste: Beobachten Sie sich selbst sorgfältig. Bei Verdacht auf eine Infektion sollten Sie den Termin beim Frauenarzt nicht hinausschieben.